CHRIS hat geschrieben: Do 16. Apr 2020, 21:06
Werner hat geschrieben: Do 16. Apr 2020, 19:12
Ich bin froh dass mein Vater jetzt aus dem Heim raus ist und hier mit mir in seinem Haus lebt. Wir waren gerade einkaufen. Vater wartete im Auto und beobachtet das Geschehen. Autofahren und das macht ihm Freude.
Der weitere Heimaufenthalt bedeutet dass ich und andere Verwandte ihn erst in der Aufbahrungshalle des Bestatters wieder sehen werden, in vielen Monaten oder Jahren weil die Quarantäne gemäß der andauernden Corona Gefahr und der ständig vorhandenen Infektionsherde nie mehr für Angehörige geöffnet werden. Und das ist grauenvoll.
Ich finde das großartig wie Du das siehst, Hut ab. Da stellt sich dann aber schon die Frage, warum Du das nicht vorher schon gemacht hast
Ganz einfach, weil ich nicht wohlhabend bin und nicht von einer Pension vom Staat lebe. Ich muss leider für meinen Lebensunterhalt arbeiten und daher kann ich mir das einfach nicht leisten. Ich hatte bereits im letzten Jahr über Monate kaum gearbeitet um mich zu kümmern.
Also kurz gesagt, ich kann es mir finanziell nicht leisten nicht zu arbeiten. Es gibt auch keine Unterstützung. Das Geld von der Pflegekasse ist 316 € im Monat, also 10 € am Tag. Das Heim erhält 770 € im Monat von der Pflegekasse, auch nicht gerade viel.
Hinzu kommen Geschwister die mich nicht unterstützen, nicht einmal mit Anerkennung. Da gibt es nur Gebrüll einer hysterischen Schwester warum mein Vater krank ist oder warum ich unbedingt 20 Euro für für neue Unterwäsche ausgeben muss, sogar Lidl ist zu teuer. Und einen eifersüchtigen kleinen Bruder der seine generös übernommenen Aufgaben nicht erfüllt und hier meine Arbeit für Vater sabotiert.
Und dann das Wichtigste:
Mein Vater fühlt sich in dem Heim sehr wohl. Er ist also nicht abgeschoben ins Heim. Es ist das beste Heim hier in der Gegend und das Personal wie auch die Bewohner sind sorgsam ausgesucht, alles sehr gute Leute, sein Zimmer ist 40 m2 groß und sehr schön.
Meinem Vater war es sehr schwer gefallen hier im Haus zu sein wo in jeder Ecke Mutter ist und fehl, die ja erst im November verstorben ist. Und mein Vater kommt nicht alleine klar weil Mutter den gesamten Haushalt machte und er praktisch nichts kann, weder Kartoffeln schälen, kochen noch die Waschmaschine bedienen. Die alte Generation halt.
Daher, ich versuche es derzeit ob und wie es klappt. Derzeit versuche ich hier im Haus meines Vaters einen großen und wichtigen Auftrag abzuarbeiten und es ist kaum möglich mit ständiger Störung und den vielen anderen Aufgaben. z. B. am letzten Donnerstag: Vater hat Schmerzen beim Pinkeln, ein Besuch beim Urologen der um 10:00 mit dem Anruf beginnt und um 14:30 nach dem Abholen der Medikamente endete, also nur 4,5 Stunden, davor noch Frühstück bereiten, danach Mittagessen und später Abendessen machen, weiter um Vater kümmern usw usw usw. Also so komme ich zu nichts.
Na, mal sehen wie das weiter geht. Abschieben, Vater, nein, eher heraus holen weil er nicht lästig ist, mein Vater nervt nicht und ist sehr nett. Vielleicht schaffen wir es im Sommer in die Alpen und auch nach Bern, dann verabreden wir uns mal mit Tom und anderen Freunden dort. Der Plan ist ein Cabrio zu kaufen und in die Berge zu fahren, dann kann er, können wir sehr viel sehen ohne dass wir viel laufen müssen, was Vater nicht mehr schafft.
W.