Michaleo hat geschrieben: ↑Mi 5. Jan 2022, 12:45
Aber die Boosterimpfung von Pfizer Biontech war noch genau die gleiche, wie die erste und zweite, oder etwa nicht?
Ja - bis jetzt hast Du (wie alle anderen Milliarden von Geimpften) nur Impfstoff gegen den Serotyp "alt" bekommen. Die Anpassung an Omikron (und damit den Serotyp "neu") ist gerade in der Entwicklung und wird für Ende März erwartet.
Eine gute Frage, über die die Wissenschaft gerade auch noch nachdenkt, ist "warum wirkt dann die jetzige Impfung dennoch leidlich gut gegen Omikron?". Spekulativ könnte man sagen "viel hilft viel", gepaart mit dem "Breiterwerden" der Immunantwort nach wiederholter Impfung (d.h. nach der ersten Impfung schießt Du mit einer Kugel, nach der 3. Impfung mit Schrot). Wenn Du jetzt also eine "breite" Impfantwort mit vielen Antikörpern (in den ersten Wochen nach der Boosterung) kombinierst, dann wirst Du wohl auch ziemlich viel Omikron "erwischen" - auch wenn Deine Antikörper nicht ganz ideal dafür sind.
Dazu kommt vielleicht noch ein weiterer Effekt: nach einer Infektion (und eine Impfung ist aus Sicht des Körpers ja das gleiche) ist das Immunsystem sowieso im Alarmzustand (das betrifft das "angeborere Immunsytem"). In dieser Phase ist man auch gegen andere Infektionen etwas besser geschützt.
Alles zusammen könnte den Effekt bringen, dass wir mit der Boosterung einen gewissen Schutz gegen Omikron haben - um die Zeit zu überbrücken, bis der "echte" Omikron-Impfstoff verfügbar ist.
Das war jetzt aber ein höchst spekulativer Beitrag mit einem Schuss Hoffnung. Das kann ich alles noch nicht wissenschaftlich untermauern...
P.S.: Noch eine Anmerkung: Das galt gerade alles nur für die Antikörperantwort. Die T-Zell-Antwort (die die schweren Verläufe verhindert), ist auch gegen Omikron weiterhin gut, da die T-Zellen gegen andere Teile des Virus wirkt, die sich bei Omikron nicht so stark geändert haben wie der Spike.