Rassismus in Thailand

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Udo Nthani
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Rassismus in Thailand

#1

Beitrag von Udo Nthani »

Ich würde es nicht mal Rassismus nennen.

Es ist was zwischen purer Angst und Unwissen.

Mal sind es die dreckigen Farangs, dann die Phii Nois, also die Thais die aus Korea, Taiwan und China zurück gekehrt sind. Dann vor knapp zwei Wochen die Arbeitslosen aus Bangkok die nach Hause kamen.

Und gegen die schimpfen hier in Udon sowohl die Thais, die Städter aber auch die Expats würden sich wünschen, dass man diese Leute noch vor Korat abfängt und zurück schickt.
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Michaleo
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Re: Rassismus und Corona

#2

Beitrag von Michaleo »

Udo Nthani hat geschrieben:
Do 2. Apr 2020, 16:18
Es ist was zwischen purer Angst und Unwissen.
Plus eine gehörige Portion Chauvinismus, denn die Thaileute fühlen sich eindeutig erhaben über ihre direkten Nachbarn.

Warum genau kann man nicht nachvollziehen, denn die Khmerkultur und wahrscheinlich viele andere, kleine Kulturen in der Zeit waren viel raffinierter, tiefgründiger und interessanter als das vergleichsweise junge Siam und spätere Thailand, das sieht man ja sogar aus den Reiseberichten hier im Forum. Aber wen das nicht interessiert, versteht es wohl auch nicht.
Freundliche Grüsse :)
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ZH-thai-fun
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Re: Rassismus und Corona

#3

Beitrag von ZH-thai-fun »

Udo Nthani hat geschrieben:
Do 2. Apr 2020, 16:18
Ich würde es nicht mal Rassismus nennen.

Es ist was zwischen purer Angst und Unwissen.
Genau so ... und Corona holt's nur hervor!

Ich hole auch etwas von Früher hervor ...
ZH-thai-fun hat geschrieben:
Di 8. Apr 2014, 13:05
Jeder Mensch, ob Schwarz Weiss Gelb Rot oder weiss ich was, fühlt immer nur sich selbst, je nachdem wie was oder wo er ist! Darum gibt es ja auch für jeden Menschen die 1001-Geschichten die er nur für sich um sich herum wahrnimmt!

Aber, es wurde ja schon so viel darüber, in Hass, in Liebe, bestenfalls im Verstehen darüber geschrieben oder gesagt. Darum zog ich früher in meinem Leben das Thema für mich in Sätzen zusammen! Und dass "Andere" Verstehen bekam Wichtigkeit. ....

Nur des Menschen "Widernatürliche Egoismus-GEN" ist verantwortlich für Macht, Religions- und andere Blut-Wahn-Sinne. In der Natur ist es der Öko-Kreislauf des fressen und gefressen zu werden. Schon Buddha hat richtig erkannt, dass die drei Attribute Gier, Hass und Verblendung den Menschen viel Leid bringen. Heutzutage wird dies noch durch Macht, Religionen und Mammon ergänzt!

Sagte mal jemand richtig, „seit es Menschen gibt, ist Rassismus der erbärmliche Ausdruck der eigenen Bösartigkeit“. Ich erwähnte dazu: Menschen haben kein Recht z.B. anhand von Linien auf Karten, Ausländer zu produzieren und zu klassifizieren. Dass ist wieder die Natur! Auch bin ich der Felsenfesten Meinung, es kann und darf nur im direkten Kontakt mit Menschen eine Sympathie oder Antipathie entstehen und gelebt werden! Aber eben: Nur des Menschen "Egoismus-GEN".... Kreis geschlossen!


... Und so ist es heute für mich erträglicher das alles mitzuerleben, wie z. B. das Thema heute „Bestenfalls sind wir Gäste in Thailand“. Ich hab gelernt, wie man sich gibt, so wird man genommen und umgekehrt... es ging mir "gefühlt" immer gut im "The Land of Smiles", obwohl da viel an unverständlichem gesehen und erlebt wurde. In Thailand benahm und fühlte ich mich aber immer nur als Gast.
Grenzen sind imaginär. Darum, fließt Wasser, Mammon und Blut.

tokee
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Re: Rassismus und Corona

#4

Beitrag von tokee »

Michaleo hat geschrieben:
Do 2. Apr 2020, 16:26
Udo Nthani hat geschrieben:
Do 2. Apr 2020, 16:18
Es ist was zwischen purer Angst und Unwissen.
Plus eine gehörige Portion Chauvinismus, denn die Thaileute fühlen sich eindeutig erhaben über ihre direkten Nachbarn.

Warum genau kann man nicht nachvollziehen, denn die Khmerkultur und wahrscheinlich viele andere, kleine Kulturen in der Zeit waren viel raffinierter, tiefgründiger und interessanter als das vergleichsweise junge Siam und spätere Thailand, das sieht man ja sogar aus den Reiseberichten hier im Forum. Aber wen das nicht interessiert, versteht es wohl auch nicht.
Das wird denen halt von klein auf eingebleut, die bösen Burmesen haben das Gold geklaut usw.
Am schlimmsten finde ich die Unterdrückung der Lao/Isaan Kultur. In den Schulen darf kein Isaan gesprochen werden, wird es doch gemacht wird gemeckert.
Die eigene Herkunft wird verleugnet.
Hab mal mitbekommen wie mein Schwiegervater jemanden als Laoten "beschimpft" hat. Als meine Frau und ich ihn dann fragten ob er wüsste das er eigentlich auch Laote ist wollte er es gar nicht wahrhaben.
Schlimm was da abläuft, da wird ne ganze Kultur verdrängt.
Die Gehirnwäsche fängt ja schon im Kindergarten an und das schon über Generationen.

martin71
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Re: Rassismus und Corona

#5

Beitrag von martin71 »

tom hat geschrieben:
Do 2. Apr 2020, 12:01
Nach und nach kommen nun immer wie mehr Stimmen, welche auch aus Thailand von offener Ablehnung und sogar Rassismus von Thais gegenüber Ausländern berichten. So wurden mehreren Kunden in touristischen Gebieten (Phuket, Samui und Koh Phangan) keine Motorräder vermietet, als der Schweizer Pass gezeigt wurde.
Wenig verwunderlich, wenn selbst der thl Gesundheitsminister vor einigen Tagen tönte, dass Ausländer/Farangs schmutzig sind, nicht duschen usw.

Ein Land, was vor der Krise mit Tourismus gut 20% des BIP erwirtschaftete, sollte da etwas vorsichtiger sein. Wobei, inzwischen wohl auch egal. Die Zeiten kommen so schnell nicht wieder.

Sanukshg
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Re: Rassismus und Corona

#6

Beitrag von Sanukshg »

tokee hat geschrieben:
Do 2. Apr 2020, 21:11

Am schlimmsten finde ich die Unterdrückung der Lao/Isaan Kultur. In den Schulen darf kein Isaan gesprochen werden, wird es doch gemacht wird gemeckert.
Nun das gibt es in Deutschland auch an den Schulen soll Hochdeutsch gesprochen werden aus gutem Grund, man stelle sich das Kauderwelsch vor, Hessen, Bayern usw jeder mit seinem Dialekt.
Ausserhalb der Schule sprechen ja so war es früher fast alle ihren Dialekt weiter.
Gruß aus Pluak Daeng
Ernst

tokee
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Re: Rassismus und Corona

#7

Beitrag von tokee »

Nun das gibt es in Deutschland auch an den Schulen soll Hochdeutsch gesprochen werden aus gutem Grund, man stelle sich das Kauderwelsch vor, Hessen, Bayern usw jeder mit seinem Dialekt.
Ausserhalb der Schule sprechen ja so war es früher fast alle ihren Dialekt weiter.
Da gebe ich dir zum Teil recht, auch in meiner Schule wurde im Unterricht darauf geachtet hochdeutsch zu sprechen. Aber schon auf dem Schulhof war es egal und von einigen Lehrern sogar erwünscht den/die Dialekt/e hoch zu halten. Wenn ich da nur an meinen Deutsch Lehrer denke der immer von der Dialekt Vielfalt Deutschlands geschwärmt hat.
Nichts desto trotz reden wir im Isaan aber auch nicht von einem Dialekt, es ist eine eigene Sprache bzw ein laotischer Dialekt mit thailändischen lehnwörtern.
Wenn du die Geschichte dieser Region ein wenig kennst wirst du wissen das es ursprünglich laotische Königreiche waren welche von Thailand annektiert wurden.
Alles in allem, es geht ein bisschen weiter als dein Vergleich mit deutschen Klassenzimmern.
Wenn du Interesse hast kannst du dich ja mal ein wenig in die Thematik einlesen. Ich würde da erstmal die Stichwörter Thaiisierung, Plaek Phibunsongkhram und Wichit Wichitwathakan empfehlen.

Sanukshg
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Re: Rassismus und Corona

#8

Beitrag von Sanukshg »

@tokee nein mit der Region kenne ich mich nicht aus ,sind halt nur immer mal in den früheren Urlauben durchs Land gefahren, aber wenn ich meine Frau da etwas gefragt habe nun ja wenn es um Lao oder Kmer ging hat sie nur verächtlich ausgespuckt, was Sie gesagt hat gebe ich lieber nicht wieder.
Gruß aus Pluak Daeng
Ernst

tokee
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Re: Rassismus und Corona

#9

Beitrag von tokee »

Sanukshg hat geschrieben:
Fr 3. Apr 2020, 13:05
@tokee nein mit der Region kenne ich mich nicht aus ,sind halt nur immer mal in den früheren Urlauben durchs Land gefahren, aber wenn ich meine Frau da etwas gefragt habe nun ja wenn es um Lao oder Kmer ging hat sie nur verächtlich ausgespuckt, was Sie gesagt hat gebe ich lieber nicht wieder.
Na siehst du und genau diese Haltung bekommen sie landesweit von klein auf eingebläut. Alle Nachbarländer/völker werden als minderwertig dargestellt und die vermeintlich (da ja viele selbst ethnische Lao, Khmer, Mon, Chinesen, etc sind) eigene Identität als Thai hochstilisiert.
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alter mann
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Re: Rassismus und Corona

#10

Beitrag von alter mann »

hallo tokee

Meine Frau kommt aus der Gegend von Surin. In ihren Dorf sprechen sie den Dialekt suai, im Nachbardorf sprechen sie den Dialekt khamen und in einem anderen Nachbardorf sprechen sie lao. Soll in jedem dieser Doerfer wirklich in einem anderen Dialekt unterrichtet werden ? Was ist wenn Jugendliche nach der Schule zum arbeiten in eine andere Region gehen, in welcher Sprache sollen sie dann mit ihren Arbeitskollegen sprechen ? Meiner Meinung nach ist es mit dem Thai in den Schulen und Behoerden schon richtig so. Die Zeiten mit ihren vielen alten oertlichen Dialekten sind hoffentlich bald Vergangenheit.

Hier ein Beispiel welches sich vor einigen Jahren hier bei mir vor der Haustuere abgespielt hat. Unsere Strasse sollte neu betoniert werden. Eine kleine Baufirma aus dem Isaan erhielt nach der Ausschreibung den Auftrag. Nach Fertigstellung der Strasse sollte die Endabnahme durchgefuehrt werden. Der Behoerdenvertreter stammte von der Ostkueste und sprach neben seinem Dialekt perfekt Schulthai. Der Handwerker aus dem Isaan konnte nur in Bruchstuecken das Schulthai, halt nur seinen oertlichen Dialekt. Die Unterhaltung der beiden war eine Katastrophe. Ein hinzugezogener Arbeiter ubersetzte dann. Das Ende der Geschichte war, durch die mangelnden Kentnisse im Schulthai hat der Kleinunternehmer die oeffentliche Ausschreibung der Arbeiten nur mangelhaft verstanden. So sollten z.B. auf jeder Seite der Strassen 8 Wassereinlaeufe gemacht werden. Der Handwerker hat aber nur insgesamt 8 Einlaeufe gemacht. Die einheitliche Sprache hat schon seinen Grund.


Gruesse vom
alten mann
man ist so alt, wie man sich fuehlt
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