bamboo Bambus, mon amour !

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Will
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Re: bamboo Bambus, mon amour !

Beitrag von Will » Di 8. Jan 2019, 19:47

Der Tänzerin fehlen ein Arm, die Hände, ein Unterschenkel und die Füsse nebst einer Standfläche.
Reine Wachsansätze von Gliedmassen fallen schnell ab, weil der Ginger ebenso schnell Saft verliert und abtrocknet. Es gibt andere Wurzeln auf dem Markt zu kaufen, die sind faseriger, verholzter und eignen sich zum Schnitzen besser, dafür inspirieren sie weniger.
Der oder das „Wachs“ ist natürlich kein richtiges Bienenwachs; meist ist es gelb gefärbtes und mit Duftstoffen veredeltes Kerzenzeugs, Stearin oder so ähnich heisst es, aus Öl gemacht. Echtes Wachs ist viel teurer als die ca. 200 Bht, das die Händler für die gelben fladenförmigen Wachsstücke möchten.
Das Schnitzmesser sollte nicht sehr scharf sein, trotzdem Merfen und Pflaster bereitlegen, irgendwann schneidet mann sich immer !

Also, die Tänzerin braucht noch einige Prothesen, bevor die Wachsarbeit beginnt. Hier hilft die Gartenschere weiter: man suche sich im Garten oder am Wegesrand kleine Zweige, die in etwa die fehlenden Knochen, in unserem Fall die fehlenden Gingerteile ersetzen. Limettenästchen eignen sich sehr gut, weil sie oft im rechten Winkel verzweigen. Man spitzt das Ansatzende zu und treibt die Spitze in den Gingerstummel.

Bei Tageslicht dann mit Fötis mehr.

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wickyth
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Re: bamboo Bambus, mon amour !

Beitrag von wickyth » Mi 9. Jan 2019, 01:39

Hallo Willi
Danke für Deine Ausführungen, sehr interessant beschrieben.
Gruss aus Pattaya vom Thom

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Will
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Re: bamboo Bambus, mon amour !

Beitrag von Will » Mi 9. Jan 2019, 04:08

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Wachs ist ein hervorragend vielseitiges Baumaterial. Es lässt sich schmelzen, giessen, pinseln, ziehen, kneten, spachteln, schnitzen, bindet Papier, Stoff, Fasern, Sand etc. Und lässt sich immer wieder recyclieren.
Für plastische Entwürfe ist dieses uralte Baumaterial der Urvoralten auch für mich erste Wahl.

Später zeige ich Euch, wie man nun so eine Wachsfigur in ein anderes, dauerhafteres Material transferiert, z.B. In Zementstein.

Gruss Will
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Re: bamboo Bambus, mon amour !

Beitrag von Will » Mi 9. Jan 2019, 22:52

Ich habe mir beim Ausrutschen und Abgleiten in einer steilen Böschung die Haut eines Handballens aufgeschlitzt, da half ein Notpflaster nicht mehr weiter.

Niwgoy hat mich folgendermassen erfolgreich verarztet: Sie hat die Wunde gereinigt mit keimfreiem Wasser und Watte, abgetupft, liebevoll und sorgfältig ! Dann hat sie Betadine aufgetragen, das ganze mit einer Gazé zugedeckt und mit durchsichtigen Klebstreifen befestigt. Von meinen mitgebrachten Pflastern hält sie nicht viel: die Wunde müsse atmen und trocknen können !
Jedenfalls kann ich nach 4 Tagen die Hand wieder vorsichtig einsetzen und die Wunde kribbelt, also scheint die Sache so zu funktionieren.
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tom
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Re: bamboo Bambus, mon amour !

Beitrag von tom » Do 10. Jan 2019, 07:43

Gute Besserung!

Gruss Tom

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Re: bamboo Bambus, mon amour !

Beitrag von Will » Do 10. Jan 2019, 23:58

Danke Tom, leichtere Arbeiten gehen wieder prima.

Habe gerade die Fotos vom letzten Jahr angeschaut, von meinen 3 Monaten auf der Nordinsel von Neuseeland.

Es gibt dort ein „Kauri-Museum“, sehr eindrücklich. Der Kauribaum ist oder vielleicht besser war mit der grösste Baum auf dieser Welt, bevor die Europäer ihn beinahe ausgerottet haben. Er wächst extrem langsam und der grösste dokumentierte Kauribaum hatte einen Durchmesser von sage und schreibe 8.60 Metern.

Dieses Museum hat eine grosse Sammlung von Kettensägen und dokumentiert die immense Umweltzerstörung auf diesen Inseln.

Zugespitzt formuliert: die Engländer haben nach ihrer Ankunft alles abgeholzt, was brauchbar war, dann wurde die Nordinsel bis auf ein paar Reservate abgefackelt und Gras wurde angesät für die Schafe.

Noch 2 schlecht belichtete Fotos aus dem Museum.
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Re: bamboo Bambus, mon amour !

Beitrag von Will » Fr 11. Jan 2019, 22:52

Gestern war ich dem Fluss entlang wandern mit Andrew, meinem Nachbarn. Er war Mathematikprofessor an einer Uni in Bangkok und ist wirklich so, wie man sich ein etwas abwesendes Superhirn so vorstellt.
Wir haben einen recht verschiedenen Blick auf die Welt, aber über etwas sind wir uns einig und er hat es schön auf Englisch ausgedrückt: „ we are designed for selfdestruction“, was auf deutsch ausgedrückt bedeutet: wir sind auf Selbstzerstörung programmiert.

Und hier begeht die Deutsche Sprache einen Sprachfehler, denn sie setzt „Selbst“ und „Ich“ gleich, aber es ist doch das blöde Ich, das die Welt zerstören will. Das Selbst bliebe integrativ.

Doch zeige ich Euch besser noch zwei Fotos: Andrew, der an Höhenangst leidet, und die beginnt bei ihm mit mehr als 4 Treppenstufen, hat sich überwunden und eine wackelige Bambusbrücke überquert.
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Hier noch eine Ansicht von der Hügelkuppe wenige 100 m von meinem Haus und eigentlich nicht viel höher, vielleicht auch kaum 100 m. Der Baumbestand ist ausgedünnt, kein Unterholz, ausgewaschener Lehmboden, mit zerbröckeltem Gestein bedeckt. Speziell sind die Föhren, die nur in solchen Hügellagen hier wachsen. Sie erinnern mich stark an die Schwarzföhren in unseren Bergen.
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Re: bamboo Bambus, mon amour !

Beitrag von Will » So 13. Jan 2019, 01:03

Gestern ging es erstmals weiter dem Bachlauf entlang in das Hinterland hinein. Bach und Fahrweg kreuzen sich viele Male, nach einer Stunde weitet sich das enge Tal zu einer kleinen Ebene. An den sanften Hängen Frucht- und Gemüsegärten, recht gepflegt. Der Geruch von chemischen Unkrautkillern sticht in die Nase. Wir wenden.
Mich faszinieren dem Weg entlang die Schlinger.
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Geschwüre an den Bäumen sind auch besonders.
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(Sorry, die Bilder sind nicht in richtiger Reihenfolge)

Die Bauern verletzen die jungen Waldbäume und warten ab. Nach Jahren fällt der Baum um, angenagt vom Buschfeuer, den Termiten und schliesslich umgeworfen von den Stürmen.
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Re: bamboo Bambus, mon amour !

Beitrag von Will » Di 15. Jan 2019, 23:31

Beim Visarun-Ausflug nach Yangon (Rangun) habe ich eine total chaotische Baustelle entdeckt.
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Re: bamboo Bambus, mon amour !

Beitrag von Will » Fr 18. Jan 2019, 00:24

Der Gemüse- und Kräutergarten ist eingewachsen und das saftige Malaysia-Gras überwächst die Trampelpfade. Ich esse fast täglich die hellgraugrünen „Maküaah“-Früchte und Stangenbohnen blühen am Grenzzaunstacheldraht.
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Zur Zeit verbaue ich eine Menge „Blocks“ und mische Zementmörtel, das hängt nun langsam an und ich sehe die nahende Ziellinie.
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