Dual Pricing

Alles zu Thailand, was sonst nirgends Platz findet
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tom
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Dual Pricing

#1

Beitrag von tom »

Touringer hat geschrieben:
So 25. Aug 2019, 08:46
Heute staunte ich nicht schlecht das ich Aufgund des mir wohl ansehbaren Alters,
nur den Thaipreis ohne Farangaufschlag beim Eintritt in Strawberry Town zahlen musste.
Das war ein Glück denn es war relativ langweilig.

Gruß aus Rayong
Anfangs Monat gab es schon mal Berichte darüber, dass es Bestrebungen gibt dieses unsinnige Dual Pricing endlich abzuschaffen:

https://thepattayanews.com/2019/08/06/t ... i-pricing/

Schön wenn es offenbar vorwärts geht!

Gruss Tom

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tom
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Re: Dual Pricing

#2

Beitrag von tom »

Aufgrund der entsprechenden Postings zu diesem Thema im Reisebericht von @Datatom

viewtopic.php?f=49&t=4767

eröffne ich mal einen separaten Thread dazu.

Ich hätte noch 2 Ergänzungen dazu:

1. Bei uns war es die thailändische Familie die einen Ausflug in ein Gebiet abgebrochen hat, nachdem wir Farangs (meine 2 Brüder, 1 Onkel und ich) 400 THB hätten bezahlen müssen (die Thais 40 THB). Schwiegervater sagte dass wir mit den 1'440 Baht welche wir den Behörden nicht bezahlen und den 320 Baht welche die 8 Thais gekostet hätten lieber gut essen gehen sollen anstatt eine dürftige Aussichtsplattform zu besuchen... :)

2. Es gibt nicht wenige Veranstalter von Touren, welche Ausflüge an Orte mit solch krassem Dual Pricing aufgegeben haben. Es ist schlicht zu teuer.

Gruss Tom


martin71
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Re: Dual Pricing

#3

Beitrag von martin71 »

Ich besuche Plätze mit solch krassem Missverhältnis schon lange nur noch in absoluten Ausnahmefällen.

Das wohl extremste Beispiel ist die death railway. Von der einen Station über die Brücke kostet es für Thais 2 Baht, für Farangs 100!

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phimax
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Re: Dual Pricing

#4

Beitrag von phimax »

Diese Diskussion hatte ich schon 1999/2000 geführt.
Meine damalige Betreuerin (Tourguide bei World Travel Services) rechtfertigte die erhöhten Eintrittspreise damit,
dass Ausländer in Thailand ja keine Steuern zahlten und damit nicht für den Pflege/Erhalt der Orte beitragen würden.

Auf meinen Einwand, dass Thailand damit -mehr oder weniger- eine Ausnahme auf der Welt wäre, wiegelte sie ab.
Würde sie heute deutsche Werbung kennen, hätte sie wohl gesagt: Dann geht doch zu Netto... :D
Orwell war ein Optimist :-s

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Andia
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Re: Dual Pricing

#5

Beitrag von Andia »

tom hat geschrieben:
Di 18. Feb 2020, 18:49
Bei uns war es die thailändische Familie die einen Ausflug in ein Gebiet abgebrochen hat, nachdem wir Farangs (meine 2 Brüder, 1 Onkel und ich) 400 THB hätten bezahlen müssen (die Thais 40 THB). Schwiegervater sagte dass wir mit den 1'440 Baht welche wir den Behörden nicht bezahlen und den 320 Baht welche die 8 Thais gekostet hätten lieber gut essen gehen sollen anstatt eine dürftige Aussichtsplattform zu besuchen... :)
Das nenne ich wahre Fürsorge. :D Stimmt schon: 400 THB sind mehr als ein Tageslohn und für 1440 THB mache ich doch lieber eine
Thai Familie glücklich und habe selbst Sanuk.
Zu meiner Zeit als ich noch ohne Betreuerin unterwegs war, war die Brücke (death railway) noch frei oder war ich nur zu sehr mit dem
fotografieren von Asiatinnen beschaftigt? :-?
falschesDatum.jpg
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Für Thai Musik hier klicken: I love Isaan
Wahre Liebe kann man nur finden wenn man den Mut zur Katastrophe hat. (Doris Dörrie)

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Willi Wacker
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Re: Dual Pricing

#6

Beitrag von Willi Wacker »

... Die Brücke über den Kwai ist immer frei

death railway... Ist die Strecke über die Holzstelzen
..wer im Kreis geht spart sich den Rückweg
wer im Kreis denkt spart sich den Durchblick

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Udo Nthani
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Re: Dual Pricing

#7

Beitrag von Udo Nthani »

phimax hat geschrieben:
Di 18. Feb 2020, 20:17

Auf meinen Einwand, dass Thailand damit -mehr oder weniger- eine Ausnahme auf der Welt wäre, wiegelte sie ab.
Würde sie heute deutsche Werbung kennen, hätte sie wohl gesagt: Dann geht doch zu Netto... :D
Ist es in der Schweiz nicht auch so, dass die Bergler, also die Einheimischen in den Ski Touristen Hochburgen ihre Skilift Saison Karten bedeutend günstiger bekommen als ausländische Gäste?

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phimax
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Re: Dual Pricing

#8

Beitrag von phimax »

Udo Nthani hat geschrieben:
Di 18. Feb 2020, 22:04
Ist es in der Schweiz nicht auch so...
Sorry, als deutscher Nicht-Wintersportler weiß ich das leider nicht :)
Orwell war ein Optimist :-s

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Michaleo
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Re: Dual Pricing

#9

Beitrag von Michaleo »

Udo Nthani hat geschrieben:
Di 18. Feb 2020, 22:04
Ist es in der Schweiz nicht auch so, dass die Bergler, also die Einheimischen in den Ski Touristen Hochburgen ihre Skilift Saison Karten bedeutend günstiger bekommen als ausländische Gäste?
Ob es immer noch so ist, weiss ich nicht, aber als ich als Senn arbeitete hatte ich eine offizielle "Einheimische-ID" mit der ich fast gratis die betreffenden Seilbahnen und Drahtseilbahnen benutzen konnte. Das ist ja auch in Ordnung so, denn diese Bahnen fuhren oft durch Koorperationsgebiet, das allen gehörten. Die Einheimischen hatten dem Bau nur zugestimmt, wenn sie auch etwas davon haben ;-)

Das Argument, dass Ausländer keine Steuern bezahlen, finde ich dann richtig, wenn wir, und das ist an den meisten Orten in TH wohl so, keine Kurtaxe oder Touristengebühr bezahlen müssen.

Aber es muss natürlich im Rahmen sein; 1400 ฿ geht gar nicht!

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Udo Nthani
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Re: Dual Pricing

#10

Beitrag von Udo Nthani »

Aus T online

Das ist das teuerste Skigebiet Österreichs
Mit 53 Euro für den Tagesskipass in der Hochsaison rangiert etwa Obergurgl/Hochgurgl unter den Top 10 der teuersten Skigebiete Österreichs. Der eine oder andere hat für den Preis vielleicht Verständnis, immerhin fährt man hier in der „schneesichersten Region der Alpen“, genießt den Komfort moderner Bahnen und darf sich über die Fertigstellung des 23 Millionen Euro teuren Großprojekts Kirchenkarbahn samt Top Mountain Crosspoint freuen. Ins Grübeln kommt man allerdings, wenn man erfährt, dass alle Tiroler hier für 35 und samstags sogar für günstige 25 Euro Ski fahren.

Erstaunlich – auch für die Österreich Werbung. „Die EU-Dienstleistungsrichtlinie, die Österreich 2011 in nationales Recht umgesetzt hat, formuliert ein Gleichbehandlungsgebot, womit nach verbreiteter Rechtsmeinung unterschiedliche Tarife für Einheimische und nicht Ortsansässige nicht zulässig sind“, erklärt Unternehmenssprecherin Claudia Riebler, „nach unserem Wissen hat die überwiegende Mehrheit der Skigebiete zeitnah reagiert und bietet schon seit Jahren keine sogenannten Einheimischentarife mehr an.“

Sind Einheimischentarife rechtmäßig?
Doch die Realität sieht anders aus, in vielen Skigebieten gibt es unverändert eine Zweiklassengesellschaft. „Wir gehen davon aus, dass für privat geführte Seilbahnunternehmen Unterscheidungen bei den Tarifen zulässig sind“, schreibt der Österreichische Fachverband der Seilbahnen in einem Positionspapier zur Frage der Rechtmäßigkeit von Einheimischentarifen. „Seilbahnen fallen unter die Verkehrsausnahme des Dienstleistungsgesetzes“, wird dort erklärt.

„Seilbahnen, die ausschließlich dem Transport von Personen zum Zwecke einer Freizeitbeschäftigung dienen“, gehörten allerdings nicht dazu, meint dagegen Professor Walter Obwexer. „Selbst wenn das nicht zutreffen sollte (hierfür wäre ein Urteil des EuGH erforderlich), fallen Einheimischentarife unter die Dienstleistungsfreiheit beziehungsweise (im Verkehrsbereich) unter das allgemeine Diskriminierungsverbot aus Gründen der Staatsangehörigkeit“, erklärt der Europarechtsexperte an der Universität Innsbruck. „Diese primärrechtlichen Vorgaben untersagen Einheimischentarife – ganz unabhängig von der Dienstleistungsrichtlinie.“

Verschiedene Preisklassen werden meist verheimlicht
Dennoch bieten viele Skigebiete ermäßigte Tarife für Einheimische an. Die werden selten offensiv kommuniziert – Ober-/Hochgurgl mit seinen großflächigen Plakaten in Innsbruck ist eine Ausnahme –, sondern in der Regel verheimlicht. Umso erstaunlicher, dass Österreichs Seilbahner-Obmann Franz Hörl in einem Bericht der Tiroler Tageszeitung erklärt, dass ein Skitag in Tirol für Einheimische im Schnitt nicht mehr als 20 Euro kostet. Dabei verlangen viele Skigebiete für einen Tagesskipass schon mehr als 50 Euro.

Spitzenreiter sind die Kitzbüheler Bergbahnen mit 57 Euro. Eine mehrmalige Nachfrage, ob ein Einheimischentarif angeboten wird, beantwortet Bergbahnvorstand Josef Burger nicht. In Ischgl dagegen bestätigt man die Ermäßigungen, und Hannes Parth, Vorstand der Silvrettaseilbahn, ergänzt: „Alle unsere Einheimischen erfreuen sich sehr an diesen Tarifen.“

In diesen Gebieten werden keine Unterschiede gemacht
Dabei geht es auch anders. Trotz deutlich größerem Pistenangebot kostet der Skipass in der SkiWelt faire 51 Euro – für alle. „Wir stehen für ein Top-Produkt mit einer ehrlichen Preisgestaltung zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis“, erklärt Walter Eisenmann, Sprecher der SkiWelt, „und das schätzen unsere Gäste.“ Rund zehn Euro günstiger ist das Ticket immer dienstags und mittwochs (Ladys beziehungsweise Mens Day) – aber auch hier gilt der Preis für Einheimische wie Gäste.

In den Skigebieten des Montafon wurde die Praxis der Einheimischentickets schon vor einigen Jahren abgeschafft. Und die Bayerischen Zugspitzbahnen bieten wie viele andere Gebiete günstige Saisonpässe an, die für Vielfahrer sehr attraktiv sind und von jedem Gast gekauft werden können – spezielle Vergünstigungen nur für Einheimische gibt es laut Bergbahn nicht.

Ermäßigungen für Ortsansässige in der Schweiz üblich
Auf der Alpensüdseite verzichtet auch Dolomiti Superski auf Einheimischentarife. „Wir wissen offiziell nicht, ob einzelne Skigebiete Vergünstigungen anbieten“, erklärt Diego Clara, Pressereferent von Dolomiti Superski, „aber wir halten uns an die europäische Gesetzgebung.“ Am Kronplatz, einem der zwölf zu Dolomiti Superski gehörenden Skigebiete, gibt es jedenfalls Ermäßigungen für alle, die rund um den Kronplatz einen ständigen Wohnsitz haben.

„Wir möchten, dass alle Menschen rund um den Skiberg das Skifahren lernen und jedes Wochenende auf den Skiern sind“, begründet Direktor Andrea Del Frari das Angebot. Dabei liegen die Rabatte in der Nebensaison mit drei Euro im Rahmen, in der Hochsaison sind es dagegen 15 Euro. In der Schweiz sind Einheimischentarife eher die Regel als die Ausnahme.

In Zermatt und vielen Orten im Oberwallis gibt es sogar einen Einheimischenausweis, mit dem man auch in einigen Geschäften Rabatte erhält. Wie hoch die Ermäßigungen beim Skipass ausfallen, darüber möchten die Zermatt Bergbahnen aber keine Auskunft geben.

Urlauber zahlen bis zu 100 Prozent mehr als Einheimische
Doch die Schweizer gehören nicht zur EU und sind daher auch nicht an das Gleichbehandlungsgebot gebunden. Und in den anderen Regionen hofft man auf den Fortbestand der Privilegien, die es offiziell nicht gibt – inoffiziell aber sehr wohl.

Oder wie es die Pitztaler Gletscherbahnen ausdrücken: „Der Einheimischentarif ist schon seit vielen Jahren gelebte Praxis.“ Und so zahlen Auswärtige brav bis zu 100 Prozent mehr als Einheimische für einen Skitag. Ein Grund mag sein, dass der Preis des Skipasses (7 Prozent) am unteren Ende der Entscheidungsfaktoren für die Wahl des Urlaubsgebiets rangiert.
War da nicht was mit der deutschen Maut und dem EU Gleichbehandlungsgebot ? :D :D :D

Man könnte den Herrn Scheuer nach TH schicken. Ich würde dann offerieren, für ein paar Hundert Millionen THB eine Firma mit Farang Wachtposten in den Nationalpärken zu stellen um den Ausländern einen höheren Eintritt abzuzocken.

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