Die Thais und das liebe Geld

Alles zu Thailand, was sonst nirgends Platz findet
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ZH-thai-fun
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Re: Die Thais und das liebe Geld

#11

Beitrag von ZH-thai-fun » Di 30. Jul 2019, 22:48

Zicklein hat geschrieben:
Di 30. Jul 2019, 21:54
Gibts denn jemanden hier, der auch mal eine positive Erfahrung in Bezug auf das Thema "Thais und Geld leihen" gemacht hat?
Kann sein das das folgende schon mal im Forum war, aber nun einfach für dich. Eine meiner vielem Kurzgeschichten aus Thailand ...

„Pumpen“ in Thailand:

Also kurz und nicht gut, eine Baht-Pumpstation (Geldverleihern) von einem Farang in Thailand ist Blödsinn per exzellente! Zum vornherein verschenken wäre viel Edler, Sicherer und für Thais verständlicher!

Ich hab 1997 mitten in den Kautschuk Gebieten Südthailand, als ich mein Häuschen fertig gebaut hatte, auf Wunsch meiner "neuen" Familie mit "Pumpen" angefangen. Man riet mir, immer Depots nebst Zinsen von 10% zunehmen. Mir selbst stellte ich das Limit von Maximum 5000.- Baht pro Familie oder Kredit! Das waren damals ca. 250.- SFR

Dass da ein Farang Geld Verlieh und erst noch zu 10% anstatt bis zu 80% der Einheimischen Kreditgeber, dass sprach sich herum. Nun tauchten täglich mehrere "angezogene" bei mir auf. Was mir auffiel war, dass sehr oft Weibliche Thais die Verhandlungen für Ihren dabeistehenden Schulden/bewussten Bekannten Männlichen-Thai führten. Ich lernte schnell, bei unsympathischem auftreten gleich hart nein zu sagen. Denn wenn Farang sich auf Diskussionen einliess und dann nein sagte, bekam er das Gefühl, dass diese ewig blinkenden Zähne auch hart zubeissen könnten?

Am Tag meiner Ansicht, nun ist Schluss, hatte ich insgesamt 17 Darlehen im gesamt Wert von 86.000.- THB vergeben. 6 Darlehen wurden meist nur wegen Permanenten nachfragen gänzlich aber nicht termingerecht zurück bezahlt. 4 Darlehen wurden teilweise zurück bezahlt, dann fand man die Leute nicht mehr. Die restlichen Darlehensnehmer würden mir heute noch Fröhlich mit den Zähnen zu blinken, wenn sie mich zu Gesicht bekämen. Was ich aber so nebenbei als „Gut“ mitbekam, war die Spielsucht der Thais. Aber auch das Thai-Frauen in Familien in Sachen Geld die Hosen an hatten. Sowie das Thai-Männer für Geld von einem Farang das doppelt so breite Grinsen im Gesicht haben als Thai-Frauen.

Meine „Bank“, für Verhandlungen mit Kreditnehmern damals...
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Und dann noch, nach 2 Jahren hat sich bei mir in einem Holzschuppen ein Stapel von Velos, Mofas, Hiwi-Anlagen, Autoräder und sogar eine Flinte als Depot-Gut angesammelt. Kaum etwas wurde wieder abgeholt. Nicht mal bei Rückzahlung mit Zinsen an mich. Ich hab alles meiner Gast-Familie geschenkt. Ganze 41.000.- THB (also 48 % minus) wurde zurück bezahlt. Und noch ein Erfahrungswert. Je näher die Darlehensnehmer meiner Gast-Familie standen je sicherer wurde zurück bezahlt.

Also wer ernsthaft in Thailand als Farang den Geldverleiher macht, darf ruhig in der Brust ein gutes Herz, im Kopf eine Schraube locker, beim Gesäss Geld zum rauswerfen und schnelle Beine haben! Letzteres bei Gesichtsverlust eines Thais. Ich hab diese Kreditvergabe damals gemacht um bei meiner Gast-Familie den Reichen Farang zu spielen, ja das gebe ich heute zu! Jedoch im Wissen das Geld flöten gehen kann. Alles unter dem Motto, dieser Kurs im Lernen der Thai-Kultur, darf auch was kosten.

Denn damals und an diesem Ort waren Z.B. 3000.- Baht ein Monatslohn eines Kautschuk Pflücker, also damals schon viel Geld für Thais in der Gegend und ich fühlte mich gut in der Brust, wenn ich jemanden für dasselbe Geld, für das ich in der Schweiz im Restaurant 1x gut Essen konnte, hier jemandem einen Monatslohn Leihen konnte. Ich denke dieses Gefühl hat sich wegen meiner Thai-Liebe schon vor Jahren bei mir eingefunden!
Doch es war im Nachhinein gesehen auch der Anfang einer Thailändischen Konsumgesellschaft. Es gab da schon Thais die mich fragten ob ich nicht Lust hätte ein Internet-Café auf-zumachen. Und in BKK sah man schon die ersten 1Kg Mobil Telefone ...

Gruss der thai.fun Max
... der werfe den ersten Steintisch!

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konair
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Re: Die Thais und das liebe Geld

#12

Beitrag von konair » Mi 31. Jul 2019, 01:42

Besser als Max kann man es nicht schreiben :ymapplause:
Wenn man jetzt etwas beleibt ist, dann wuerde ich aber dazu raten Geld zu verleihen, warum, man nimmt ab, denn man muss dem verliehenen Geld nachlaufen.
Selbst die eigene Familie hielt nicht viel davon, das geliehen fristgerecht zurueck zugeben.
Stand jetzt bei mir und fuer die Zukunft, nie mehr!!!
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thedi
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Re: Die Thais und das liebe Geld

#13

Beitrag von thedi » Mi 31. Jul 2019, 01:47

Zicklein hat geschrieben:
Di 30. Jul 2019, 21:54
Gibts denn jemanden hier, der auch mal eine positive Erfahrung in Bezug auf das Thema "Thais und Geld leihen" gemacht hat?
Klar, auch damit kann ich dienen:

Ein entfernter aber gut bekannter Cousin meiner Frau lieh sich einen grösseren Geldbetrag von uns um seine beiden Söhne standesgemäss als Mönche zu ordinieren - wie das hier so Sitte ist. Er war Abwart in einem Schulhaus, wollte alle Lehrer und deren Freunde einladen, und erwartete dann von den Gaben die diese bei solchen Anlässen mitbringen genügend Einnahmen, dass er uns zurück zahlen konnte.

Die Umschläge mit den Gaben kamen tatsächlich, aber der Alkoholkonsum war viel grösser als er erwartete und somit konnte er unser Geld nicht zurück zahlen.

Jahre vergingen. Wir sahen ihn kaum mehr - es mied uns.

Dann wurde er pensioniert, liess sich die Pension auszahlen und kaufte einen schönen Pickup. Ich traf ihn zufällig auf einem Markt wo er mir stolz sein Auto zeigte. Den Kredit hatten wir schon längst abgeschrieben - also erwähnte ich ihn gar nicht mehr. Wie plauderten über dies und das - aber nicht über Geld.

Zwei Tage später kam er mit dem Geld zu uns und zahlte die Schulden zurück. Leider hätte er aber kein Geld mehr um auch noch Zinsen zu zahlen.

Ende gut - alles gut? Nein, die Geschichte ging weiter.

Ein/zwei Jahre starb seine Frau. Sie hatte eine Lebensversicherung, die ausbezahlt wurde. Und da kam er wieder zu unserem Haus und brachte noch etwas Geld: jetzt könne er auch noch etwas an die Zinsen zahlen.


Meine Lehre aus der Geschichte: in Thailand kannst Du Dich auf gar nichts verlassen. Wirklich auf rein gar nichts.


Mit freundlichen Grüssen

Thedi


Sanukshg
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Re: Die Thais und das liebe Geld

#14

Beitrag von Sanukshg » Mi 31. Jul 2019, 02:45

Natürlich gibt es auch gute Geschichten meine Frau und ich haben mal einem Onkel meiner Frau Geld geliehen er sagte dann könne er die Arbeiter Bar bezahlen und sie bekämen keinen Anteil an dem Ernteertrag scheint es wohl hier zu geben,wie gesagt er meinte in 3 Monaten bekämen wir das Geld zurück waren damals um die 2000 DM nun ja wir waren erst nach 6 Monaten wieder in Thailand aber er kam am nächsten Tag wirklich mit dem Geld plus Zinsen was wir gar nicht annehmen wollten aber er bestand darauf.
Andere Geschichte der Bruder meiner Frau lieh sich Geld von mir da ich ihn persönlich nicht so mag sagte ich zu aber nur wenn er mir seine Goldkette als Pfand gibt die war zu dem Zeitpunkt in etwa das wert was ich hm lieh als wir wieder nach Thailand kamen sagte er er hätte das Geld leier nicht ich sagte OK und meine Frau hatte eine neue Halskette wenn ich den Goldpreis heute sehe ein gutes Geschäft.
Gruß aus Pluak Daeng
Ernst


Fredfeuerstein
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Re: Die Thais und das liebe Geld

#15

Beitrag von Fredfeuerstein » Mi 31. Jul 2019, 03:52

Ich habe nur schlechte gemacht, schon in DACH. Hab meiner Freundin ca. 1999 zweitausend DM geliehen und dann nochmal viertausend. Keine Chance!

Gerade jetzt wollte sich die Betreiberin der Autowäscherei, die immer unsere Autos reinigt, von meiner Frau 10.000 Bht leihen, als ich das mitbekommen habe, habe ich meine Frau gebeten es zu lassen. Dann hat sie diese Frau auf der Stelle angerufen und gesagt, dass ihr Mann das ablehnt.

Das ist auch so eine Person, die finanziell nix geregelt kriegt. Einmal muss sie 15.000 Bht zahlen, weil ihr Hund ein Kind gebissen hat, einmal ist das Auto von der Bühne gefallen, ...

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Re: Die Thais und das liebe Geld

#16

Beitrag von Michaleo » Mi 31. Jul 2019, 04:11

Ich werde öfters angepumpt, lehne das aber ab, frei nach dem Motto von Polo Hofer: "Bin ich, verdammt noch mal, ein Kiosk, oder ein Hotel oder eine Bank?"

Wenn schon, verschenke ich kleine Beträge, aber gemäss dem Motto: "aus den Augen, aus dem Sinn!"


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Re: Die Thais und das liebe Geld

#17

Beitrag von grunder9 » Mi 31. Jul 2019, 11:34

ZH-thai-fun hat geschrieben:
Di 30. Jul 2019, 22:48
Also wer ernsthaft in Thailand als Farang den Geldverleiher macht, darf ruhig in der Brust ein gutes Herz, im Kopf eine Schraube locker, beim Gesäss Geld zum rauswerfen und schnelle Beine haben!
Gruss der thai.fun Max
Bertifft aber nur die dummen Farangs. Ich kenne einen der gross Geld macht mit Geldverleih. Aber nur mit Hinterlegung und Eintrag in ein Channot das nur zu einem Bruchteil des Marktwertes genommen wird. Das grosse Geld kommt nicht von den Zinsen. Sondern von den Landverkaufen der nicht zurückgezahlten Kredite. Alle Geschäfte laufen natürlich offiziell über seine Frau.

Frweundliche Grüsse
grunder
Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.


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Re: Die Thais und das liebe Geld

#18

Beitrag von Sanukshg » Mi 31. Jul 2019, 11:50

Wenn wir heute ab und an mal Geld verleihen aber auch nur im näheren Bekanntenkreis dann nur gegen Gegenwert (Gold) fast alle Thais haben Gold und wer die Frist versäumt hat eben das nachsehen. Habe meiner Frau geraten bei den Goldpreis nichts mehr zu verleihen das könnte sonst ein Minus werden.
Gruß aus Pluak Daeng
Ernst

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Re: Die Thais und das liebe Geld

#19

Beitrag von ZH-thai-fun » Mi 31. Jul 2019, 13:03

Sanukshg hat geschrieben:
Mi 31. Jul 2019, 11:50
Wenn wir heute ab und an mal Geld verleihen aber auch nur im näheren Bekanntenkreis dann nur gegen Gegenwert (Gold) fast alle Thais haben Gold und wer die Frist versäumt hat eben das nachsehen.
Stimmt, damals war das so Usus unter Thais, den ersten Einkauf mit dem Farang im Goldladen, und sobald der Farang ausser Sicht ist in den Goldladen zurück und das "Goldstück" gegen bares hinterlegen um Zwingende Schulden zu tilgen. In der Hoffnung das Farang noch bares nachschiebt um das "Goldstück" wieder auslösen zu können.

Wir munkelten damals so unter uns. Je nach Goldstück das eine Maid trägt, hat sie einen Farangs am Melken. Die ganz schlauen ließen den Schmuck nicht sehen und machten auf, du bist der erste, und ich die die anders ist!?
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Re: Die Thais und das liebe Geld

#20

Beitrag von thedi » Mi 31. Jul 2019, 13:32

In einem anderen Thread wurden Michaleo‘s Foto-Berichte von seinem Alltag beanstandet, weil sie ein schlechtes, einseitiges Image und Vorurteil zu Thailand fördern würden. Wenn ich diesen Thread so lese, scheint mir derselbe Vorwurf hier zu passen.

Ich und meine Frau haben oft Geld verliehen. Ja, es gab Abschreiber, aber die grosse Mehrheit bezahlte zurück. Grob geschätzt: bei unter 10% der Kredite bekamen wir unser Geld nicht zurück. Im Anbetracht der üblichen Zinsen hier (3% monatlich) ist diese Ausfallrate verkraftbar.

Ich bin der Meinung, dass bei den Erfahrungsberichten in diesem Thread die gefühlten 90% bei denen alles gut ging deutlich untervertreten sind. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn „only bad news are news“, aber es sollte trotzdem einmal erwähnt werden.


Mit freundlichen Grüssen

Thedi

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