Was fasziniert Westler am Buddhismus?

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Westfale
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Was fasziniert Westler am Buddhismus?

#1

Beitrag von Westfale » Mi 16. Sep 2015, 12:31

Inspiriert durch die Vorstellung von WinWin
http://www.isaan-thai.ch/viewtopic.php?f=6&t=2599
möchte ich das Thema starten, welches mich allgemein interessiert.

Zwar ist für den typischen Expat, der meist seiner Frau gefolgt ist, das Thema Religion und Buddhismus eher nebensächlich, aber es gibt daneben ein verbreitetes Interesse an fernöstlicher Religion vor allem im Westen selbst. Dieser Trend ist nicht neu, und wird hinsichtlich Sekten oft kritisch gesehen. Ich nenne Hare-Krishna.

Aber was bewegt nun jemanden dazu, sich für Buddhismus nicht nur zu interessieren, sondern diesen auch zu praktizieren?

Sind das primär Leute aus der Esoterikecke?
Bekanntlich ist die eigene christliche Religion zu Hause unpopulär. Viele, ja auch hier im Forum, bekennen sich offen Atheist zu sein. Bei einigen scheint sich diese kritische Religionssicht aber mit Kontakt zum Buddhismus zu ändern und plötzlich werden sie gläubig?

Ich persönlich tue mich schwer damit. Sage sogar, dass viele sich erst mal mit ihren eigenen Wurzeln beschäftigen sollten, bevor sie sich auf Fremdes einlassen.
Mein Eindruck ist, dass die erwähnte Unpopularität oft dadurch bedingt ist, dass Christliches als uncool gilt. Deshalb ist die Kenntnis über die eigene Religion bedauerlich gering, obwohl diese andererseits maßgebend für die eigene Kultur ist, auf der dann ja doch so gern gepocht wird.
Sicher ist das Erscheinungsbild der Kirche vielerorts noch immer derart steinzeitlich, dass es dem modern denkenden Menschen nahezu unmöglich ist, sich damit zu identifizieren. Wobei die moderne Theologie in der Wissenschaft von der gesellschaftlich wahrgenommenen Kirche stark abweicht und im Grundsatz als aufgeklärt angesehen werden muss. Aber selbst wem christliche Ideen nicht gefallen, findet der mit dem Buddhismus etwas besseres?
Stellt sich gar die Frage, ist eins besser oder schlechter, hat eins recht, das andere nicht?
Gerade diese Frage sollte/muss mit NEIN beantwortet werden, meiner Meinung nach, wenn Religion überhaupt einen Sinn macht. Denn wenn Religion Sinn macht, muss ein weltumfassendes Weltbild existieren. Diese muss definitiv mit der modernen Physik im Einklang stehen, was nicht bedeutet, dass Dinge wie Ewigkeit oder Unsterblichkeit oder Nirwana nicht existieren.


P.S.
Zu mir @ Religionsthema:
Ich möchte mich möglichst neutral sehen, zumindest mit Respekt gegenüber anderen Glaubensrichtungen, was auch für dem Islam gilt. Aus Tradition stehe ich der christlichen Gedankenwelt sicherlich nahe, wobei ich die derzeitige Institution Kirche, speziell die Katholische kritisch beurteile. Im Grunde habe ich mir meinen eigenen Glauben zurecht geformt.
Auf keinem Fall möchte ich für oder gegen etwas in diesem Thread Missionieren.
Wer von meinen Beiträgen noch nicht genug hat, findet mehr von mir auf meiner Homepage
https://pjotr-x.de/
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Re: Was fasziniert Westler am Buddhismus?

#2

Beitrag von WinWin » Mi 16. Sep 2015, 22:12

Hmmm, das ist eine interessante Frage, die mich besonders betrifft, da ich nach Thailand gekommen bin auf Grund meines Interesses an der Lehre und dem Weg, den der Buddha gelehrt hat. Ich versuche, nicht allzu ausufernd zu werden in der Beantwortung dieser Frage, und im Kommentieren der vielen Gesichtspunkte, die in deinem Post angesprochen sind, lieber Westfale.

Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Zugänge zum Erwecken des Interesses an Lehre und Weg des Buddha: einerseits das Verstehenwollen der Lehre durch Lesen der tradierten Texte oder auch deren moderne Interpretationen, andererseits durch die Selbsterfahrung anhand von systematischer Anleitung zur Meditation. Es sind diese beiden Zugänge, wodurch Westler hauptsächlich zum Buddhismus finden. Es gibt noch einen dritten Zugang, der aber eher oberflächlich bzw distanziert bleibt, nämlich denjeningen der kulturell-ästhetischen Wertschätzung buddhistischer Kulturgüter (Tempelanlagen, Klöster, Mönchstraditionen, spezifische als "Buddhistisch" interpretierte Verhaltensweisen der Völker etc), wie sie in den verschiedenen buddhistischen Ländern sichtbar sind.

Um es gleich zu konkretisieren im Kontext des Buddhismus in Thailand, möchte ich darauf hinweisen, dass dieser zweifache Zugang auch in der gegenwärtig gepflegten monastischen Welt sichtbar wird, nämlich einerseits in Mönchen, die sich ausschliesslich dem Studium der buddhistischen Texte widmen, und andererseits in Mönchen, die ihr Leben hauptsächlich der Meditations-Praxis widmen (in der Regel aufbauend auf ein vorgängiges Studium, wie es in Thailand in den klösterlichen Schulen und deren Fortsetzung in den höheren Studiengängen institutionalisiert wurde). Diese Trennung in zwei Lager gab es schon zu Lebzeiten des Buddha, wobei über die Jahrhunderte hinweg die Meditationspraxis eher Wenigen vorbehalten blieb. Heutzutage sind Mönche mit tiefer Meditationserfahrung eine Seltenheit, aber es gibt sie doch auch noch in Thailand.

Also, kurz gesagt, was Westler am Buddhismus vorrangig fasziniert, wenn ich so verallgemeinern darf, ist die über die Jahrtausende hinweg gelehrte Anleitung zu einem glücklichen und geglückten Leben, die Einsicht ins konkrete Hier und Jetzt, welche die Praxis vermittelt, die Erfahrung der Öffnung und Offenheit für den gegenwärtigen Augenblick, und die tieferen Zusammenhänge der Existenz.

Die Meisten finden wohl den Zugang durch das Erlernen einer Meditationspraxis. Das erste, was man dabei lernt, ist den eigenen Geist überhaupt mal kennen zu lernen, und zu sehen, wie stark unsere Existenz von "den Vorgängen Im Kopf" bestimmt ist. Der Geist im Sinne von Englisch "Mind" ist das eine grosse Erfahrungsfeld, das andere betrifft die Gefühle und Emotionen, wie sie im Körper ablaufen auf Grund von geistigen Impulsen bzw Reaktionen auf Sinneswahrnehmungen. Meditation führt also in eine Tiefe der Selbsterfahrung, wie sie keine moderne psychoanalytische Praxis besser bewirken könnte.

Das ist eine Faszination, die die Selbsterfahrung an sich betrifft, und die zunächst unabhängig ist von irgend einer Tradition oder buddhistischen Kultur, wie sie in den unterschiedlichen Ländern zu Tage tritt. Aus meiner Darlegung bisher wird vermutlich auch klar, dass der Begriff "Religion" in diesem Zugang zur Lehre des Buddha keine grosse Rolle spielt, oder sogar überhaupt nicht vorkommt.

Der Buddha hat keine Religion gelehrt, sondern im Gegenteil in kritischer Hinterfragung überkommener Glaubensvorstellungen seinen Ansprechpersonen geholfen, zu Einsichten zu kommen, die ihr Leben fundamental veränderten, und sie zur Erfahrung der Befreiung von Leid und Unglücklichsein führten. Jeder musste und muss diesen Weg aber selbst gehen, weshalb ein blosser Glaube an irgendwas nichts bringt.

Dass aus der Lehre des Buddha schliesslich lokal gefärbte Religionen für die breite Masse wurden, ist eine andere Sache. Dies hat aber wenig mit dem Kern der Lehre zu tun, sondern ist vielmehr ein Ausdruck des psychologischen Bedürfnisses einfacher Menschen nach rituellen sinnstiftenden Handlungen, die an die Stelle des tieferen Lehrverständnisses treten.

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Re: Was fasziniert Westler am Buddhismus?

#3

Beitrag von Westfale » Mi 16. Sep 2015, 23:09

Vielen Dank WinWin für dein Statement.
Ich hatte befürchtet zu kritisch rüber gekommen zu sein, das ist natürlich nicht meine Absicht.
Zu meinem P.S. könnte ergänzt werden, wie der alte Fritz gesagt hat: Möge jeder nach seiner Facon selig werden.

In dem Sinne erneut vielen Dank für deine Einführung WinWin. Ich schreibe auch noch mehr Gedankengänge/Überlegungen meinerseits, in Vorfreude auf einen interessanten Gedankenaustausch, an dem sich natürlich auch andere Beteiligen können.

Letztendlich interessiert mich was passiert, wenn wir sterben. Gibt es ein ewiges Leben? Gibt es das Nirwana? Oder den Zerfall sämtlicher Materie unseres Universums (aus dem dann ein neues Universum entsteht?) ?
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Re: Was fasziniert Westler am Buddhismus?

#4

Beitrag von thedi » Do 17. Sep 2015, 05:03

Was fasziniert Westler am Buddhismus?
Ich kann das nur aus meiner Sicht beantworten:

Als Kind wurde ich reformiert-christlich erzogen. Als Jugendlicher konnte ich mit dem Bild eines Gottes, wie es in der Bibel vermittelt wird, nichts mehr anfangen und ich wurde zum Atheist. Trotzdem interessierten mich weiterhin Fragen wie der Sinn des Lebens und ob allenfalls etwas nach dem Tod ist. Ich konzentrierte mich aber in dieser Zeit eher auf wissenschaftliche Erkenntnisse - künstliche Intelligenz und neuronale Netzwerke waren damals ganz neu in der Computerwelt.

Nach Thailand kam ich als Rucksack-Reisender und sah vom Buddhismus zuerst einmal exotische Tempel, Räucherstäbchen usw. Später wollte ich mehr wissen, aus Wissensgier, nicht aus religiösen Überlegungen und besuchte daher Wat Suan Moak bei Chaya wo damals noch Buddhadasa Bhikkhu unterrichtete. In seinem Wat gab es damals nicht eine einzige Buddha-Figur. Dort hörte ich unter anderem zum ersten mal von anatta, der Idee dass es keine Seele gäbe - etwas was ich vorher als selbstverständlich angenommen hatte. Seele und Geist waren für mich damals fälschlicherweise Synonyme.

Die Idee faszinierte mich. Sie war mir total fremd und zuerst einmal auch unverständlich. Da mich wirklich revolutionäre Ideen immer faszinierten, liess mich der Gedanke nicht mehr los und ich begann in mir nach der Seele zu suchen, die ich immer als selbstverständlich angenommen hatte. Je länger ich mich damit beschäftigte - das ging über Jahre - desto mehr wurde der Glaube an eine Seele für mich etwas aus dem Märchenbuch.

Bin ich nun Buddhist? Ich sage für mich nein, denn ich besuche keine Tempel und verehre keinen Meister - weder tod oder lebendig.

Praktiziere ich Buddhismus? Auch nein. Ich meditiere nie in der Lotus-Stellung, lese keine Buddhistische Literatur, beteilige mich an Zeremonien nur wenn es sein muss - der Form halber, schliesslich lebe ich in einem Dorf im Isaan mit der Sippe meiner Frau zusammen. Dass ich mich an die ersten vier der fünf Grundregeln des Buddhismus (sin haa) halte ist nicht aus religiösen Überlegungen, sondern weil ich diese Regeln einfach für vernünftig halte. Ich hielt sie schon ein bevor ich etwas von ihnen hörte - bei der fünften mache ich schon mal eine Ausnahme für ein kühles Bier.

Bin ich durch den Buddhismus fasziniert? Da ein klares JA. Der Buddhismus hat meine Lebenseinstellung sicherlich stark beeinflusst. Auch meine Einstellung zu meinen Mitmenschen und zu meiner Umwelt. Vor allem aber mein Selbstverständnis - wie ich mich selbst sehe.

Für mich ist Buddhismus nicht etwas was ich praktizieren möchte. Vieles an den Buddhistischen Lehren ist einfach vernünftig, auch ohne jegliche Religion. Diese 'Rosinen' wende ich im Alltag an. Räucherstäbchen gehören nicht dazu. Was nicht heisst, dass es mir einen Zacken aus meiner Krone brechen würde, wenn ich mich bei einer Zeremonie in einem Tempel einmal vor einer goldenen Statue verneigen sollte. Solche Sachen sind für mich einfach unwichtig geworden und tragen auch nicht zu meinem Selbstverständnis bei.


Mit freundlichen Grüssen

Thedi

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Re: Was fasziniert Westler am Buddhismus?

#5

Beitrag von thedi » Do 17. Sep 2015, 08:17

Westfale hat geschrieben:Letztendlich interessiert mich was passiert, wenn wir sterben. Gibt es ein ewiges Leben? Gibt es das Nirwana? Oder den Zerfall sämtlicher Materie unseres Universums (aus dem dann ein neues Universum entsteht?) ?
Dies ist sicherlich eine religiöse Frage. Sie hat mich auch lange beschäftigt. Ich versuche mal meine momentane Sicht darzulegen - sie hat sich oft geändert:

Wir bestehen aus Materie und irgend etwas unfassbarem das man als 'Geist' bezeichnen kann. Unfassbar im Sinn von nicht messbar.

Materie besteht aus Atomen. Unser Körper natürlich auch. Keines dieser Atome macht mich aus. Jedes könnte durch ein anderes der gleichen Art ersetzt werden, ohne dass dies mich irgendwie kratzen würde. Durch den Stoffwechsel kommen ständig neue Atome in den Körper während andere den Körper wieder verlassen. In diesem Sinne ist keines der Atome 'ich'. Nur die Summe aller gerade vorhandenen Atome machen mich aus. Mit jedem Atemzug, mit jedem Schweisstropfen ändert sich diese Summe zwar, aber weil eine Mehrheit immer noch da ist, entsteht das Gefühl von Konstanz. Nur im Rückblick, wenn ich mich auf einem alten Klassenfoto suche und kaum finde, merke ich, dass die Konstanz nicht real ist.

Dieses Modell kann auch auf den Geist angewendet werden. Durch unser Leben haben wir immer neue Erlebnisse, die je von kurzer Dauer sind. Wenn ich auf den Bildschirm schaue, sehe ich das Browser Window. Wenn ich aufschaue, sehe ich die Aussicht von meinem Platz auf dem Balkon - und das Erlebnis 'Bildschirm sehen' ist weg. Dank unserem Gedächnis entsteht der Eindruck von Konstanz: ich kann mich an das Browser Window auf dem Bildschirm erinnern - aber das Seh-Erlebnis ist eigentlich weg. Dafür ist nun ein Erinnerungserlebnis da. Keines dieser Erlebnisse ist aber das 'ich'. Es sind nur Erlebnisse, ohne Eigentümer.

Die Illusion des Eigentümers entsteht wiederum durch unser Erinnerungsvermögen. Ohne Erinnerung gäbe es kein Gefühl von Konstanz. Kein Gefühl, dass es eine Seele gibt, oder wie immer man das nennen will. Etwas was immer da ist und immer da war, solange ich mich zurück erinnern mag. Etwas was meine Erlebnisse hatte, etwas was mich ausmacht und meinen Tod überleben könnte.

Dieses 'etwas' wurde in Indien damals Atam genannt und wurde von Buddha abgelehnt. Dies ist der wesentliche Unterschied zwischen Hinduismus und Buddhas Lehre: laut Buddha gibt es Erlebnisse, aber nicht einen 'kleinen Homunculus' im Kopf, der die Erlebnisse erlebt und registriert. Man sieht - aber es ist nicht 'etwas' da das sieht, hört, denkt usw, sondern da ist nur das Sehen, Hören, Denken.

Das was wir Charakter nennen, sind dann eigentlich nur durch meine Erlebnisse geprägte Gewohnheiten, eingespielte Verhaltensmuster, Reflexe usw. Nicht ein ICH, das so gut ist wie ich bin, oder gerne wäre.

---

Es gibt eine zweite Möglichkeit eine Analogie zwischen Atomen und geistigen Erlebnissen zu ziehen. Die Atome meines Körpers sind unpersönlich. Dito die Erlebnisse. Jeder hat nur seine Erlebnisse - aber jeder sieht, jeder hört usw. Die Erlebnisse sind unpersönlich, aber jeder hat nur seine Erlebnisse. Ich kann Deine Zahnschmerzen zwar bedauern, aber nie spüren. Das ist nicht nur mit Zahnschmerzen so, sondern mit jedem Erlebnis, jeder Emotion und jedem Gefühl. Man kann den gleichen Sonnenuntergang sehen, aber jeder sieht in nur aus seiner Perspektive - nie aus der Perspektive eines andern.

Nun fragt es sich, wenn es keine Seele gibt - wie das der Buddhismus sagt - was würde dann in einem nächsten Leben eine Verbindung zwischen mir und dem nächsten Leben herstellen? Gedächnis kann es nicht sein - wo wäre es denn, wenn das Konzept einer Seele fallen gelassen wird? Somit ist die Verbindung zwischen Dir und mir so gross wie sie zwischen mir und irgend einem Wesen das einmal meine Reinkarnation sein soll.

---

All-Einheit ist ein weiteres Konzept das oft mit Buddhismus in Zusammenhang gebracht wird. Die Idee, dass alle Wesen geistige Erlebnisse haben, je aber aus seiner eigenen Perspektive. Nämlich aus der Perspektive seines Körpers. Somit könnte man das Leben wie einen Ameisenstaat sehen: die einzelne Ameise zählt nichts, jede ist ersetzbar. So gesehen wäre mein Tod kein Unglück. Es fällt einfach ein Gesichtspunkt weg - es hat noch Milliarden von anderen Gesichtspunkte die weiter leben. Und ständig entstehen neue. Das Leben geht weiter.

---

Wie gesagt: es gibt nicht einen Buddhismus, sondern unzählige verschiedene Strömungen. Zudem halte ich mich nicht für einen Buddhisten, sondern nur von der Buddhistischen Lehre inspiriert, so wie ich sie in Wat Suan Mon kennen lernte und dann im Laufe der Jahre für mich zurecht legte. Also sind das nur meine Ansichten ohne jeglichen Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder gar Nutzen für andere.

Mich interessiert heute mehr was das Leben ist. Was nach dem Tod ist, kommt dann von selbst. Was Geist, Erlebnisse usw eigentlich sind, das sind für mich immer noch interessante philosophische Rätsel. Schlussendlich aber auch nur von akademischen Interesse. Wichtig ist das Leben. Also ganz ohne Philosophie - einfach gut leben. Das geht auf der Basis von "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" genau so gut wie mit einem Buddhistischen achtfachen Pfad.


Mit freundlichen Grüssen

Thedi


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Re: Was fasziniert Westler am Buddhismus?

#6

Beitrag von WinWin » Do 17. Sep 2015, 12:40

Ich habe mich auch lange mit der Frage herumgeschlagen, ob ich jetzt ein Buddhist sei oder nicht. Die innere Ablehnung hat am meisten mit der sprachlichen Formulierung zu tun, mit dem -ismus und dem -ist. War ich ein Kommunist, als ich mich für Linkes interessierte? BIn ich ein Sozialist, weil ich mich für Soziales interessiere? Natürlich nicht. Ebenso ist es mit dem Interesse für Fragen, die den Sinn meiner menschlichen Existenz betreffen. Was ist der Geist, welche Komponenten spielen darin eine Rolle? Wie kommen Gefühle zustande? Warum bin ich einmal glücklich und im nächsten Moment wieder launisch? Letztlich auch: Was ist der Sinn des Lebens? Was ist nach dem Tod? Hat das alles überhaupt einen Sinn? usw. (Fragen, welche auch der bedeutende deutsche Philosoph Immanuel Kant als die Grundfragen aller Philosophie bezeichnete.)

Nur weil ich finde, dass in den dem Buddha zugeschriebenen Texten diese Fragen ganz fundamental diskutiert werden, und ich mich für die Gesichtspunkte, die sie vermitteln, interessiere, bin ich doch noch kein Buddhist. Etwas näher an diese Bezeichnung rücke ich vielleicht durch die Praxis, also durch die bewusste Kultivierung von Verhaltensweisen des Hinterfragens des Alltäglichen, und das Praktizieren der Sin Haa, weil sie einfach Sinn machen für ein gutes Leben.

Ich habe lange in Indien gelebt, aber auch in Kalifornien, und wo immer ich lebte, fiel es mir leicht, mich an die ortsüblichen Verhaltensweisen anzupassen. Ich bin katholisch aufgewachsen, was eine Vielfalt der bildlichen Darstellungen und rituellen Handlungen selbstverständlich macht. Folglich habe ich keine Probleme mit der Integration von allerlei Figürlichem und Rituellem. ich sehe auch den tieferen Sinn von solch Äusserlichem ein. Wenn ich mich vor einer Buddhafigur dreimal verbeuge, rufe ich mir die Eigenschaften in Erinnerung, die ich in meinem konkreten Leben erstrebe, und dies in einer körperlich manifestierten Intensität, die einen Eindruck in meinem Geist hinterlässt.

Im Pali-Kanon, der Sammlung der alten buddhistischen Texte, ist viel von kusala und akusala die Rede. Kusala heisst heilsam, förderlich, zu Gutem führend; akusala heisst das Gegenteil, unheilsam, hinderlich, zu Nicht-Gutem führend. Schon der griechische Philosoph Aristoteles und mit ihm Thomas von Aquin (Letzterer das Fundament der katholischen Lehre) betonte, dass alle Menschen im Grunde immer das Gute erstreben. Selbst der Mörder will eigentlich das Gute, nur will er es auf völlig irregeleitete Weise und schafft für sich und andere das Gegenteil, weil er die Gesetze von heilsamem und unheilsamem Tun nicht kennt. Das Beispiel ist sehr extrem, findet aber in den Kriegskampagnen der Amerikaner und der Tötungsideologie der Muslime ihre aufschlussreiche Anwendung.

Der Buddha fasste seine Lehre kurz so zusammen: "Gutes tun, Übles vermeiden, und den Geist läutern". Wer danach handelt, ist ein Buddhist. So ist jeder ernsthafte Christ, der auch die Gewissenserforschung pflegt, selbstredend auch ein Buddhist. So bist auch du, thedi, in dem Sinne ein Buddhist, ob du diesen Titel nun akzeptierst oder nicht. Du bist es sogar formell durch die innere Zustimmung zu den fünf Tugendregeln (den Sin Haa: nicht bewusst andere Lebewesen töten, nicht nehmen, was nicht gegeben wird (kurz; nicht stehlen), nicht bewusst die Unwahrheit sagen oder grob über andere reden, nicht sexuelle Verfehlungen begehen (konkret: nicht Ehebruch begehen oder Minderjährige verführen), und keine den Geist benebelnden Drogen nehmen.)

Mit andern Worten: Jeder einigermassen moralisch lebende und suchende Mensch ist im Grunde auch ein Schüler des Buddha, ob er dies nun weiss oder nicht. Das ist eben für viele Westler die grosse Entdeckung, und die daraus resultierende Faszination mit dem Buddhismus, die du, Westfale, sinnigerweise thematisiert hast, wofür ich dir innigen Dank sage.

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Marburger
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Re: Was fasziniert Westler am Buddhismus?

#7

Beitrag von Marburger » Do 17. Sep 2015, 14:14

thedi hat geschrieben: Vieles an den Buddhistischen Lehren ist einfach vernünftig, auch ohne jegliche Religion. Diese 'Rosinen' wende ich im Alltag an....
Genau dies ist der Punkt, der mich immer wieder (mit Hochachtung) auf diese Glaubensrichtung blicken lässt...ohne allerdings meine religiöse Herkunft zu vergessen.
Es werden "Lebenserfahrungen" weitergegeben...und keine "festgezurrten" Ansichten gepaukt, die sich in jahrhundert alten Büchern (oft im Laufe
der Zeitalter verfälscht), angesammelt haben. Was vor 1000 Jahren für eine Lebensgemeinschaft vielleicht sinnvoll und richtig war...dürfte heute, zumindest in
Teilbereichen, verbesserungswürdig sein. Viele Religionen, bzw. deren Vertreter ignorieren die...., im Gegensatz zum Buddhismus.
Lebensnahe "Ratschläge" unterscheiden sich erheblich von den Zwangsauferlegungungen bei Beichten und Gesprächen und schaffen angenehmes Vertrauen.
Beeindruckend am Buddishmus, ist zusätzlich die unglaubliche Toleranz und Akzeptanz gegenüber Andersdenkender.

Ein kleine Episode von meinem letzten Besuch 08/09:
Beim Tempelbesuch zum Grab des Schwiegervaters sprach mich ein Mönch an. Aus der Ansprache entwickelte sich ein fast 2-stündiges freundliches und offenes Gespräch ...bis
hin zum Austausch unserer Lebensgeschichten. Auch über die chrisliche Taufe unserer Tochter war er sehr wissbegierig, zeigte aber Gleichzeitg für unsere Entscheidung verständnis.
Da er die Familie meiner Frau schon lange kannte und wir am nächsten Tag eine Totenfeier (Schwiegervater) ausrichten wollten, ließ er es sich nicht nehmen, mich ins Haus der
Familie (keiner war anwesend), zu begleiten. Wir saßen ca. 30 Min. auf einer Bank und redeten "über Gott und die Welt"...bis die Familie eintraf und vor Schreck (Schwiegersohn saß in Augenhöhe... :-\ ), verzweifelte Versuche (Zeichensprache... @-) ) unternahm,...damit ich "angemessen" auf den Boden sinke.
Der Mönch (mein neuer Freund), beruhigte lächelnd die knienden Gestalten und, verwies auf meinen christlichen Glauben...und die Welt war wieder (für die Familie), in Ordnung.
Das nenne ich Toleranz und Akzeptanz... :wai:...Eine wunderbare Erfahrung.

Da Bilder immer gut ankommen...für alle Interessierten eine kleine Auswahl...u.a. die buddh. Zeremonie der Abschiedsfeier meines Schwiegervaters mit Ausstreuen der
Asche durch die Kinder auf dem Moon-River...seinem Lebensmittelpunkt und Ernährer (Fischfang).
Für mich ein sehr bewegender Moment..obwohl die vorausgegangene Feier eine lustige Angelegenheit war.
Andere Länder...andere Sitten.

Gruß Marburger
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Der Bambusstab mit Geld und persönlichen
Gegenständen wird mit lautem Jubel-Geschrei,gemeinsam zum Himmel gereckt.
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9 Mönche hielten die letzte Ansprche
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Zuletzt geändert von Marburger am Do 17. Sep 2015, 14:33, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Was fasziniert Westler am Buddhismus?

#8

Beitrag von Marburger » Do 17. Sep 2015, 14:24

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Ausstreuen der Asche auf dem Moon
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Abschied im engsten Kreis und ohne Mönche
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IMG_3816.jpg
@Marburger mit neuem Freund
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Re: Was fasziniert Westler am Buddhismus?

#9

Beitrag von Westfale » Do 17. Sep 2015, 20:35

Thedi hat glaube ich den typischen Werdegang mit der Konfrontation mit dem Buddhismus dargestellt, wie ihm wohl viele ähnlich erleben.

Noch in den 50igern und 60igern vermittelten die Kirchen eine fundamentalistische Bibelauslegung, teilweise mit einem wortlautgetreuen Realitätsanspruch, sprich Adam und Eva sollen die ersten Menschen gewesen sein usw.. Dies wird vermutlich auf mancher Provinzkanzel noch heute so geschehen. Bekannt dafür sind auch fundamentalistische Christen in den USA, Evangelikare, die in meinen Augen genauso verbohrt sind wie islamische Fundamentalisten, aber in Amerika die Mittel haben, Wahlkämpfe zu finanzieren. Mit wissenschaftlicher Theologie hat das längs nichts mehr zu tun. Bereit im 19 Jahrhundert gab es ausgiebige Quellenkritik an den alten biblischen Texten mit historischen Prüfungen. Der Papst glaubt längst nicht mehr an die Schöpfung in sieben Tagen, bereits in den 50igern erkannte Pius XII die damals junge Urknalltheorie an.

Ergebnis dieser Art der Glaubensvermittlung ist ein verbreitetes Desinteresse an der traditionellen eigenen Religion bis hin zur Ablehnung. Die Kirche tut weiterhin alles um ein Steinzeitimage zu wahren. Bekannte Kritikpunkte sind zudem pädophile Geistliche oder Personalien wie Problembischoff Tebartz van Elst.

Dennoch ist es so, dass die Menschen trotzdem über die großen Fragen der Welt nachdenken.
Was ist der Sinn des Lebens? Was passiert danach?...
Weder Physik noch Medizin bieten bis heute eine befriedigende Antwort. Platz für Zeitlosigkeit ist soweit ich es weiß wissenschaftliches Standardmodell für das was war vor und nach dem Urknall war/ist. Dazu Stephen Hawking auf die Frage: Was hat Gott gemacht bevor er das Universum geschaffen hat? - "Die Hölle geschaffen für die, die solche Fragen stellen."
Nicht jedem reicht es, es sich so einfach zu machen, wie sich das womöglich Atheisten tun. Womöglich beschäftigen sich viele auch gar nicht mit philosophischen Fragen, bis sie selbst damit konfrontiert werden. Auch wenn der rational denkende Atheist seinen Standpunkt entwickelt hat, weil er es verständlicherweise für irrational hält an einem wie oben geschildert offiziell propagierten Gott zu glauben, bleiben auch mit dem Ausschalten von Gott die Fragen bestehen.
Die Angst vor dem Tod ist dem Menschen eigen. Deshalb stellte er sich irgendwann die Frage, gibt es nicht doch etwas danach? Ich kenne das aus meinem Umfeld, wo Menschen mit Mitte 70 plötzlich eine Bibel auf ihrem Nachttisch liegen haben.

Nun zum Haupthema:
Wer nun aus seinem Erziehungskirchenfrust keine Antworten in der eigene Religion findet, ist sicher zugänglich für andere Weisheiten. Möglicherweise bieten da andere Religionen tatsächlich Lösungen, sicher auch der Buddhismus.
Mir persönlich stellt sich dabei immer dir Frage ob es aber tatsächlich sinnvoll ist von 0 auf 150 zu schalten, wenn plötzlich westlich erzogene Menschen, die sich kaum akademisch mit Religion auseinandergesetzt haben in orange Gewändern rumlaufen.
Gefährlich wird es definitiv wenn diese vom Neuen Unbekannten Faszinierten in die Fänge von Scharlatanen geraten. Das kann den frustrierten Topmanager passieren, der sein Burnout durch Meditation zu behandeln versucht, erst rech auch dem Esoteriker. Machen wir uns nichts vor, die Branche boomt und viele Leute geben mehr Geld als sinnvoll für Wahrsager aus, die mit 100% Treffsicherheit ihre Gage vorhersehen.

Aber wir wollen hier nicht über solche Negativbeispiele diskutieren.
Ich denke andererseits wie das ja hier von Thedi, WinWin und auch von Marburger dargestellt wurde, kann man durchaus etwas von der anderen Kultur lernen, von dem man dann profitiert. Dies ist ja die Richtung von WinWin, wenn ich es richtig verstanden habe.
„Grundsätzlich möchte ich das Angebot nicht-kommerziell halten, dh rein auf Spendenbasis, wenn überhaupt Geld fliessen soll. Das entspricht einem grundlegenden Prinzip buddhistischer Praxis, und wäre mir besonders wichtig
Dieser Satz, WinWin macht mir dein Projekt sehr sympathisch.

Deshalb würde ich mich auch freuen, wenn du hier im Forum weiter den Buddhismus erklärst und näher bringst.
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Re: Was fasziniert Westler am Buddhismus?

#10

Beitrag von Westfale » Do 17. Sep 2015, 20:53

thedi hat geschrieben:Dort hörte ich unter anderem zum ersten mal von anatta, der Idee dass es keine Seele gäbe - etwas was ich vorher als selbstverständlich angenommen hatte. Seele und Geist waren für mich damals fälschlicherweise Synonyme.

Die Idee faszinierte mich. Sie war mir total fremd und zuerst einmal auch unverständlich. Da mich wirklich revolutionäre Ideen immer faszinierten, liess mich der Gedanke nicht mehr los und ich begann in mir nach der Seele zu suchen, die ich immer als selbstverständlich angenommen hatte. Je länger ich mich damit beschäftigte - das ging über Jahre - desto mehr wurde der Glaube an eine Seele für mich etwas aus dem Märchenbuch.
Aus diesem Prinzip resultiert soweit ich das verstanden habe der wesentliche Unterschied in der Vorstellung der Existenz im Jenseits zwischen Buddhistischen und Abrahamitischen Religionen.
Kerngedanke in unsrem Kulturkreis ist seit der Antike, dass etwas Individuelles erhalten bleibt. Auch wenn sicher der Körper in der ehemaligen Form nicht weiter besteht, ist die Vorstellung dennoch, dass man sich an das alte Erdenleben erinnern kann.
Zum Buddhismus kenne ich das Beispiel einer Kerzenflamme. Wenn die von einem Docht zum nächsten wandert, ist sie eine neue Flamme, aber ein Stück ist sie weiter die alte Flamme. Eine Erinnerung an das (oder ein) ehemalige Leben ist da meines Wissens nicht vorgesehen. (Wobei das angeblich über Hypnose erreicht werden kann.)

Dem Atheisten mögen beide Vorstellungen absurd erscheinen. Auch ich denke, das eine Jenseitsvorstellung irrational wird, wenn sie empirisch widerlegt wird. Aber wie im Post zuvor geschrieben, ist das bisher weder Medizin noch Physik gelungen.
Deshalb fände ich es klasse, wenn es weiter gehen würde nach dem Tod. Vor allem wenn man aus einem nicht ausgeschöpften Leben gerissen wird.
Persönlich wäre es mir aus dem Bauch heraus lieber, wenn ich mich dann an mein gutes altes Erdendasein erinnern könnte. Aber andererseits, vielleicht macht das in der Ewigkeit auch gar keinen Sinn.
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