Das Krankenkassen-Dilemma

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Michaleo
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Re: Das Krankenkassen-Dilemma

Beitrag von Michaleo » Do 1. Nov 2018, 16:00

Zum Glück wurde der Beamtenstatus in den fortschrittlichen Gemeinden der Schweiz längst abgeschafft, da ein Relikt aus früherer Zeit. Heutzutage sollten sich die Kommunen mit der Privatwirtschaft messen können.


Werner
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Re: Das Krankenkassen-Dilemma

Beitrag von Werner » Do 1. Nov 2018, 23:30

Ist mir eigentlich egal ob es Beamte gibt oder nicht. Es ist gut um den Staat stabil zu halten, z. b. Polizei und Richter. Bei einigen Berufen. Post, Sparkasse und Bahn sind ja mittlerweile nicht mehr beamtet, gut so. Aber ich denke nicht dass die Anzahl der Beamten in Deutschland sinkt, das halte ich für eine Legende, eine Geschichte zur Beruhigung der Bevölkerung.

Der Vorteil der lebenslangen sicheren Arbeitsstelle und kompletten Versorgung durch den Staat wurde noch vor fünf Jahrzehnten durch eine vergleichsweise niedrige Entlohnung, Beamtenwohnungen, Beamtengeschäfte, niedriger Versicherungsbeiträge, günstigere Kredite usw. ausgeglichen.

Ich gönne jedem Beamten seinen Vergütung und jedem Pensionär seine Pension so lange sie im Rahmen der Versorgung der normalen arbeitenden Bevölkerung liegt. Aber das ist schon lange nicht mehr so. Da haben einige Kräfte über Jahrzehnte dran gedreht und die Bezüge auf den heutigen Stand angehoben der jeglicher Begründung weder historisch noch leistungsbezogen noch durch Steigerung der Arbeitslöhne entbehrt sondern einfach nur eine üppige Selbstbedienung ist. Nicht anders als in jeder Bananenrepublik.

Und daran wird Deutschland zu Grunde gehen. Nur leider versuchen sie es mit der gesteuerten Presse den Schwarzen Peter den Rentnern zu zu schieben die seit Jahrzehnten das "Unglück der jungen Generation" bedeuten. Die Rentner sind die Sündenböcke von Heute, die man dann irgendwann ins Gas schicken möchte um das Land und den Wohlstand der nächsten Generationen zu retten.

W.

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Michaleo
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Re: Das Krankenkassen-Dilemma

Beitrag von Michaleo » Fr 2. Nov 2018, 03:17

Bei allem Respekt vor Dir, @Werner, aber ich halte das für eine masslose Uebertreibung:
die man dann irgendwann ins Gas schicken möchte
welche den Holocoast verharmlosen könnte.

Auch wenn die Alten der heutigen Jeunesse dorée auf dem Keks gehen, die Idee dass sie uns eines Tages vergasen könnten, sollte man gedanklich doch weit von sich weisen.

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Re: Das Krankenkassen-Dilemma

Beitrag von thedi » Fr 2. Nov 2018, 04:23

Werner hat geschrieben:
Do 1. Nov 2018, 23:30
... eine üppige Selbstbedienung ist...
Wo du recht hast, hast du recht.

Das beschränkt sich aber nicht nur auf den Staat, sondern auch auf die Wirtschaft, Kunst, Wissenschaft, Musik, Kirche usw. usf... überall dort wo Menschen zusammen sind, versuchen die welche können sich auf dem Buckel von anderen ein sonnigeres Plätzchen zu organisieren.

Aus diesem Grund habe ich mal die Idee "Lohngleichheit - Gleicher Lohn für gleiche Anstrengung" propagiert. Unabhängig von irgend welchen Privilegien, soll nur noch der persönliche Einsatz für einen Job lohnrelevant sein. Die Idee war aber auch nicht mehrheitsfähig. Siehe viewtopic.php?f=15&t=3800#p85557


Mit freundlichen Grüssen

Thedi

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Re: Das Krankenkassen-Dilemma

Beitrag von Michaleo » Fr 2. Nov 2018, 06:12

... überall dort wo Menschen zusammen sind, versuchen die welche können sich auf dem Buckel von anderen ein sonnigeres Plätzchen zu organisieren.
Ich denke es kommt auf das Mass resp. Ausmass an.
Dass Menschen sich im Leben um eine Besserstellung bemühen ist an sich ein gesundes Zeichen.
Versuchen sie aber, den Mitmenschen auszunutzen, wird es problematisch.


Ecki
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Re: Das Krankenkassen-Dilemma

Beitrag von Ecki » Fr 2. Nov 2018, 06:24

Mir geht es 100% genau so wie Bodo. Schulzeit hat ein Jahr länger gedauert (bin einmal sitzengeblieben), mein Unfall verzögerte den Berufseinstieg wieder um ein Jahr und nach dem Studium war ich erst mal froh überhaupt einen gut bezahlten Job zu finden. Obwohl ich in einem Großunternehmen arbeite,Karriere oder Gehaltserhöhungen gab es nur, wenn man droht: Entweder mehr Geld oder ich kündige. Dass ich als Rolli nicht gerade die große Auswahl auf dem Arbeitsplatzmarkt habe, war auch meiner Firma klar. Damit blieb es bei der Karriere .-) Hat mich selbst aber auch nicht gestört, ich komme mit dem Gehalt sehr gut zurecht, zumal ich als Single irgendwie immer noch wie ein Student lebe.

Als ich dann endlich zu arbeiten anfing, war Norbert Blüm Minister für Arbeit. Sein Lieblingssatz war „Die Rente ist sicher“. Ich habe ihm das damals zum Glück schon nicht geglaubt. Daher habe ich vom ersten Gehalt an privat Geld angelegt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es mit Querschnitt & Co alles andere als selbstverständlich ist is zur Rente voll zu arbeiten. Wie gesagt in drei Jahren ist es bei mir auch soweit. Bis Ende 66 (reguläre Altersrente) will und kann ich nicht arbeiten. Mit Ende 64 könnte ich in die abschlagsfreie Rente für Schwerbehinderte, ich werde ein Jahr früher gehen – das reicht. Gesundheitlich geht es mir sehr gut, aber ganz klar, die dann 45 Jahre Querschnittlähmung sind eine zusätzliche Belastung, neben Vollzeit-Arbeit, Haushalt, einkaufen kochen usw. (bin Single). Möglicherweise hätte ich tatsächlich eine ordentliche Karriere hinbekommen, aber ich muss das realistisch sehen. Das wichtigste ist mir zwar mein Arbeitsplatz, aber dann kommt mein privates Leben. Das mit einer wirklich inneren Zufriedenheit und Gesundheit hinzubekommen, ist bei Rollstuhl, Krücke usw. beileibe nicht selbstverständlich. Karriere stand weit hinten an. Mit einer Erbschaft oder gar Häusle kann ich nicht rechnen, aber meine gesetzliche Rente liegt doch bei knapp 1500€. Damit zusammen mit meinem privaten Erspartem kann ich mich wirklich glücklich schätzen und bin es auch. Erstrecht wenn ich mich mit anderen Schwerbehinderten/Rollstuhlfahrer vergleiche. Einzig um die horrend gestiegen Mieten in den letzten 20 Jahren mache ich mir Sorgen. Wenn das so weiter geht...

Die Beamtenpensionen finde ich auch viel zu hoch. Bei Arbeitnehmer sank das Rentenniveau von ehemals gut 60 auf 45% oder so, bei Beamten blieb es gleich – warum?? Das Argument Studium bei Beamten zählt nicht – das habe ich auch. Betriebsrente, welche nur Arbeitnehmer bekommen – das war früher mal so. In den 80er und 90er bestand das Einkommen der Rentner zu 60% gesetzliche Rente, gut 30% Betriebsrente, Rest war Erspartes. Betriebsrente gibt es heute so gut wie nirgends wo mehr. Dass die Pensionen so hoch sind stammt eben aus der Zeit, als „Studierte“ wirklich sehr überdurchschnittlich verdient haben + die früher recht ordentliche Betriebsrente. Eigentlich wäre da eine Anpassung an die aktuelle Wirklichkeit längst überfällig. Wird aber von den überwiegend beamteten Abgeordneten kaum passieren. Ich finde das zwar nicht gut, aber im Gegensatz zu Werner rege ich mich darüber auch nicht auf. Es gibt immer Leute die einen besseren Arbeitgeber hatten, mehr Karriere gemacht haben, gegerbt haben usw. Ich gönne es denen, auch wenn es mir schwer fällt, weil weniger geleistet habe ich in meinem Arbeitsleben bestimmt nicht.

@Bodo9 Bei mir geht es auch Anfang November nach Thailand. Bei der bevorstehenden Kälte bekomme ich es beinahe mit der Angst zu tun

@Michael59 Ernsthafte Frage was ist das für eine Krankenversicherung. Würde mich freuen, wenn du sie mir per PN schickst. Bei mir hat es ja noch gut 3 Jahre Zeit und auf Dauer will ich nicht in Thailand bleiben. Aber so 4 oder5 Jahre sind angedacht


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Re: Das Krankenkassen-Dilemma

Beitrag von Ecki » Fr 2. Nov 2018, 06:49

Heute sind die Nachtschwärmer unterwegs :)
@Werner
Du hast absolut recht, dass die Beamtenpensionen aus historischen Zeiten stammen. Staatsbeamter galt ja schon beinahe als Titel.
Das ist längst überholt und gehört reformiert.

Keine Ahnung was du für eine Presse liest. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Rentner als Sündenböcke dargestellt werden. Selbst wenn, das ist populistisches Geschwätz, dem man mit zwei drei Argumenten den Wind aus den Segeln nehmen kann. Beispiel, gar nicht lange her: Ich steige aus meinem Auto (keine Luxuskarosse, aber ein neuer VW Touran). Das erste was ich höre "Euch steckt man ja alles in den Arsch". Und das von einem Typ schmuddelig, unrasiert, Bierflasche in der Hand. Ich habe ihm dann ziemlich deutlich gemacht, wo der Unterschied zwischen ihm und mir liegt und das deshalb jede Schraube an dem Auto selbst bezahlt ist.
Daher dein unsäglicher Holocaust Vergleich ist jenseits von Gut und Böse. Bei Populisten gehört auch Angst schüren zum normalen Repertoiar. Viel bedarf es nicht um das zu erkennen.

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ZH-thai-fun
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Re: Das Krankenkassen-Dilemma

Beitrag von ZH-thai-fun » Fr 2. Nov 2018, 11:28

Wie viel Staaten haben für das ganze Volk Kranken- oder Unfall- Kassen Systeme ... :-?
Populismus ist die Pubertäts- Zeit der Demokratie.

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Re: Das Krankenkassen-Dilemma

Beitrag von ZH-thai-fun » Fr 2. Nov 2018, 19:10

Und wenn man alle "Absahner bodigen" würde, täte, könnte man die Prämien um 20% senken. Denke ich ... empört ... #:-s


https://www.20min.ch/finance/news/story ... s-22549148
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