Leider gibt es Entwicklungen und Erscheinungen, auf die wir nicht wirklichen Einfluss nehmen können. Du hast schon viel getan und vieles richtig gemacht, aber unser aller Reichweite ist leider begrenzt.Kurt Singer hat geschrieben: ↑Di 17. Sep 2024, 12:49Da fühle ich genau mit Dir. Ja, ich bilde mir ein, dass ich meine All nicht nur in Deutschland beschützt und behütet habe, so wie sie mich in Thailand beschützt und behütet hat. Nur vor der Krankheit konnte ich sie nicht beschützen, und das tut mir so unendlich leid.
Ban Nong Waeng, ein Dörfchen bei Roi Et
-
Fredfeuerstein
- Beiträge: 6689
- Registriert: Do 19. Mai 2016, 18:58
Re: Ban Nong Waeng, ein Dörfchen bei Roi Et
Beitrag von Fredfeuerstein »
-
Kurt Singer
Themen Starter - Deaktiviert
- Beiträge: 3610
- Registriert: So 9. Aug 2020, 12:08
Re: Ban Nong Waeng, ein Dörfchen bei Roi Et
Beitrag von Kurt Singer »
Der Einzug in Ban Nong Waeng
Der Umsteigepunkt und somit der Ort meines Kaffeegenusses war der Marktplatz in Roi Et, und gewaltige Düfte nach Gebratenem, Gesottenem und auch Undefinierbarem, sprich weithin Stinkendem, tat sich mir auf. Ach, tausend Nasen hätte ich haben müssen, um alles das aufzusaugen, und eine Nasenklammer, um mir meinen Geruchssinn zu erhalten.
Irgendwie kam ein Gefühl auf von Romantik, der Selbstvergessenheit, des Glücklichseins: ich erlebe Thailand, wie es sonst kein Tourist erlebt. Ich bin mittendrin im Leben, und das verdanke ich meiner All. Dieses erfüllte mich mit Stolz, denn ich wusste es ja noch nicht besser. Dass dies hier keine Romantik, sondern das harte Leben war, sollte ich erst viel später merken. Ich bin sicher, dass ich nicht der Einzige bin, bei dem dieser Gedanken aufkommt, wenn er einmal in der Provinz auftaucht und glaubt, nur jetzt könne er und nur er das wirkliche Thailand erleben. Nun gut, so ganz wusste ich nicht, was ich auf dem Markt soll, zumal mich All auf eben jenen LKW verladen hatte, der schon sie transportiert hatte und jetzt am Rande des Marktes geparkt wurde. Ohne jede Erklärung waren unsere Koffer und ich alleinige Insassen des Fahrzeuges. Dieses verfügte auf der Ladefläche über zwei Sitzbänke.
Inzwischen war die Sonne aufgegangen und es wurde recht warm. Und so seit zwei Stunden liess sich meine Frau schon nicht sehen. Ich stand zwischendurch auf, stieg auf die Strasse hinab. Nur die Angst, nicht zurück zu finden oder dass der LKW irgendwie losfuhr und unseren Koffer mitnahm hielt mich ab, über den Markt zu schlendern. Nach und nach tauchten einzelne Frauen auf mit Körben auf der Schulter, gelegentlich ein Huhn oder ein Küken im Korb. Sie nahmen weitab von mir Platz und schnatterten aufeinander ein. Die verstohlenen Blicke wurden dabei immer häufiger, aber die thailändischen Worte für dick und weiss und Ausländer fielen nicht, zumindest konnte ich sie bei meinem damals spärlichen Wortschatz nicht ausmachen. Zu diesem Zeitpunkt war ich ja noch des Glaubens, diese Menschen sprächen Thai!
Ich machte ein möglichst gelangweiltes Gesicht und versuchte, mich an die Telefonnummer der Deutschen Botschaft in Bangkok zu erinnern. Ich wusste ja nicht, ob mich mein Weib hier verkaufen wollte. Zwar hatte ich noch nie von Vielmännerei in Thailand gehört, wusste aber auch nicht, ob unsere in Dänemark geschlossene Ehe auch in Thailand anerkannt sei. Und es fiel mir nichts, aber auch gar nichts ein, mit dem ich hätte eine Verteidigung aufbauen können, und so ging ich zum Angriff über. Ich sah den Frauen einzeln ins Gesicht - und lächelte. Und zum dritten Mal an diesem Morgen ging die Sonne auf, man lächelte zurück, nickte mir freundlich zu – und sah sich einander an und kicherte und lachte, man wollte sich nicht mehr einkriegen. Eine alte Dame erklomm nun den LKW, spähte ein wenig umher und setzte sich forsch direkt neben mich. Einen grossen Korb führte sie mit sich, gefüllt mit Obst, wie ich es bisher noch nicht gesehen hatte. Ihr Mund öffnete sich zu einem breiten Lächeln und zeigte tiefbraune und schwarze Zähne, dabei volle rote Lippen.
Sie beugte sich etwas vor und entliess ihrem Mund einen breiten Strahl rostbraunen Saftes, der zielsicher ohne das Holz zu benässen durch einen breiten Spalt im Fahrzeugboden nach unten schoss. Wieder sah sie mich an, ihre Augen strahlten und blitzen. Wenn ich je ein beeindruckendes Gesicht gesehen habe, das ich freundlich, ja gütig nennen kann, dann war es dieses Gesicht. Eher rund zu nennen, über einer hohen Stirn kurze weisse Haare, kleine Falten in den Augenwinkeln schaute sie zu mir auf. Ja, sogar im Sitzen war ich noch eine ganze Ecke grösser als sie, die vielleicht einen Meter vierzig mass. Sie trug Goldschmuck, wenig, aber passend zu ihr. Nur ihr hätte dieser Schmuck gestanden. Es ging eine Würde von dieser Frau aus, die mich schnell eingefangen hatte. „He, Falang“ glaubte ich zu verstehen. Falang, das kannte ich doch. Ich schaute sie an. „He, Falang“. Ja, das kam aus ihrem Mund.
Es klang wohlwollend, ich konnte aus diesen Worten etwas heraushören. Willkommen etwa, wer bist du. Ihre Worte kamen einwandfrei aus ihrem Mund, jedoch so, als würde sie mit vollem Mund sprechen. Es sah auch so aus, als würde sie mit vollem Mund sprechen. Sie kramte in ihrem Korb, ihre Hand hielt ein Handtuch, das um eine kleine Dose gewickelt war. Vorsichtig öffnete sie beides, Handtuch und Dose und entnahm ein paar Kerne, die sie sich in den Mund stopfte. Also klar, sie sprach mit vollem Mund. Und klar, von Betelnuss hatte ich ja schon gehört und erinnerte mich, dass man davon schwarze Zähne bekam und viel spucken musste. Unwillkürlich musste ich lachen. Man schien das für ein Zeichen zu halten, denn die Hand bewegte sich auf mich zu und hielt mir einige Kerne hin. Ein Zeigefinger deutete nacheinander auf Kerne und mich und das bedeutet international, dass mir etwas angeboten wurde.
Ich hatte mal gehört, dass Eskimos jemanden umbringen, wenn der ein Gastgeschenk ablehnt. Würde man hier auch so weit gehen? Ich riskierte es, legte eine Hand auf meine Brust, zog mit der anderen meine Zigaretten hervor und bot meinerseits eine Zigarette an. Es folgte ein Heiterkeitsausbruch, den ich bis heute nicht vergessen habe, alle wurden angesteckt, man konnte sich garnicht beruhigen. Und plötzlich streckten sich Hände nach mir aus, die Bananen, Mangos, Litschis, Kekse und Leckereien enthielten. Falang, klang es, Falang war das einzige Wort, das für mich hörbar war, Falang war eine Melodie, Falang war eine Hymne. Kein Wort, kein einziges Wort konnte ich erkennen, aber ich verstand.
Man hiess mich willkommen. Ich war schon angekommen bei ihnen, denn der LKW war das einzige Auto des Dorfes, und es fuhr jeden Morgen zum Markt und brachte die Frauen und ihre Waren hin und die Frauen und ihre nicht verkauften Waren wieder ins Dorf zurück, in unser Dorf, in mein Dorf.
Nach Ban Nong Waeng.
Das Foto zeigt nicht das beschriebene Fahrzeug, sondern ist viel später aufgenommen, aber in Roi Et.
Beginnt Ihr zu ahnen, was mich noch heute zu diesem Dorf zieht und das ich unbedingt noch einmal wiedersehen möchte, nein muss? Denn ich möchte meiner All dort eine würdige Grabstätte bauen lassen. Aber das ist Geschehen von heute, unglaubliche 45 Jahre später.
Der Umsteigepunkt und somit der Ort meines Kaffeegenusses war der Marktplatz in Roi Et, und gewaltige Düfte nach Gebratenem, Gesottenem und auch Undefinierbarem, sprich weithin Stinkendem, tat sich mir auf. Ach, tausend Nasen hätte ich haben müssen, um alles das aufzusaugen, und eine Nasenklammer, um mir meinen Geruchssinn zu erhalten.
Irgendwie kam ein Gefühl auf von Romantik, der Selbstvergessenheit, des Glücklichseins: ich erlebe Thailand, wie es sonst kein Tourist erlebt. Ich bin mittendrin im Leben, und das verdanke ich meiner All. Dieses erfüllte mich mit Stolz, denn ich wusste es ja noch nicht besser. Dass dies hier keine Romantik, sondern das harte Leben war, sollte ich erst viel später merken. Ich bin sicher, dass ich nicht der Einzige bin, bei dem dieser Gedanken aufkommt, wenn er einmal in der Provinz auftaucht und glaubt, nur jetzt könne er und nur er das wirkliche Thailand erleben. Nun gut, so ganz wusste ich nicht, was ich auf dem Markt soll, zumal mich All auf eben jenen LKW verladen hatte, der schon sie transportiert hatte und jetzt am Rande des Marktes geparkt wurde. Ohne jede Erklärung waren unsere Koffer und ich alleinige Insassen des Fahrzeuges. Dieses verfügte auf der Ladefläche über zwei Sitzbänke.
Inzwischen war die Sonne aufgegangen und es wurde recht warm. Und so seit zwei Stunden liess sich meine Frau schon nicht sehen. Ich stand zwischendurch auf, stieg auf die Strasse hinab. Nur die Angst, nicht zurück zu finden oder dass der LKW irgendwie losfuhr und unseren Koffer mitnahm hielt mich ab, über den Markt zu schlendern. Nach und nach tauchten einzelne Frauen auf mit Körben auf der Schulter, gelegentlich ein Huhn oder ein Küken im Korb. Sie nahmen weitab von mir Platz und schnatterten aufeinander ein. Die verstohlenen Blicke wurden dabei immer häufiger, aber die thailändischen Worte für dick und weiss und Ausländer fielen nicht, zumindest konnte ich sie bei meinem damals spärlichen Wortschatz nicht ausmachen. Zu diesem Zeitpunkt war ich ja noch des Glaubens, diese Menschen sprächen Thai!
Ich machte ein möglichst gelangweiltes Gesicht und versuchte, mich an die Telefonnummer der Deutschen Botschaft in Bangkok zu erinnern. Ich wusste ja nicht, ob mich mein Weib hier verkaufen wollte. Zwar hatte ich noch nie von Vielmännerei in Thailand gehört, wusste aber auch nicht, ob unsere in Dänemark geschlossene Ehe auch in Thailand anerkannt sei. Und es fiel mir nichts, aber auch gar nichts ein, mit dem ich hätte eine Verteidigung aufbauen können, und so ging ich zum Angriff über. Ich sah den Frauen einzeln ins Gesicht - und lächelte. Und zum dritten Mal an diesem Morgen ging die Sonne auf, man lächelte zurück, nickte mir freundlich zu – und sah sich einander an und kicherte und lachte, man wollte sich nicht mehr einkriegen. Eine alte Dame erklomm nun den LKW, spähte ein wenig umher und setzte sich forsch direkt neben mich. Einen grossen Korb führte sie mit sich, gefüllt mit Obst, wie ich es bisher noch nicht gesehen hatte. Ihr Mund öffnete sich zu einem breiten Lächeln und zeigte tiefbraune und schwarze Zähne, dabei volle rote Lippen.
Sie beugte sich etwas vor und entliess ihrem Mund einen breiten Strahl rostbraunen Saftes, der zielsicher ohne das Holz zu benässen durch einen breiten Spalt im Fahrzeugboden nach unten schoss. Wieder sah sie mich an, ihre Augen strahlten und blitzen. Wenn ich je ein beeindruckendes Gesicht gesehen habe, das ich freundlich, ja gütig nennen kann, dann war es dieses Gesicht. Eher rund zu nennen, über einer hohen Stirn kurze weisse Haare, kleine Falten in den Augenwinkeln schaute sie zu mir auf. Ja, sogar im Sitzen war ich noch eine ganze Ecke grösser als sie, die vielleicht einen Meter vierzig mass. Sie trug Goldschmuck, wenig, aber passend zu ihr. Nur ihr hätte dieser Schmuck gestanden. Es ging eine Würde von dieser Frau aus, die mich schnell eingefangen hatte. „He, Falang“ glaubte ich zu verstehen. Falang, das kannte ich doch. Ich schaute sie an. „He, Falang“. Ja, das kam aus ihrem Mund.
Es klang wohlwollend, ich konnte aus diesen Worten etwas heraushören. Willkommen etwa, wer bist du. Ihre Worte kamen einwandfrei aus ihrem Mund, jedoch so, als würde sie mit vollem Mund sprechen. Es sah auch so aus, als würde sie mit vollem Mund sprechen. Sie kramte in ihrem Korb, ihre Hand hielt ein Handtuch, das um eine kleine Dose gewickelt war. Vorsichtig öffnete sie beides, Handtuch und Dose und entnahm ein paar Kerne, die sie sich in den Mund stopfte. Also klar, sie sprach mit vollem Mund. Und klar, von Betelnuss hatte ich ja schon gehört und erinnerte mich, dass man davon schwarze Zähne bekam und viel spucken musste. Unwillkürlich musste ich lachen. Man schien das für ein Zeichen zu halten, denn die Hand bewegte sich auf mich zu und hielt mir einige Kerne hin. Ein Zeigefinger deutete nacheinander auf Kerne und mich und das bedeutet international, dass mir etwas angeboten wurde.
Ich hatte mal gehört, dass Eskimos jemanden umbringen, wenn der ein Gastgeschenk ablehnt. Würde man hier auch so weit gehen? Ich riskierte es, legte eine Hand auf meine Brust, zog mit der anderen meine Zigaretten hervor und bot meinerseits eine Zigarette an. Es folgte ein Heiterkeitsausbruch, den ich bis heute nicht vergessen habe, alle wurden angesteckt, man konnte sich garnicht beruhigen. Und plötzlich streckten sich Hände nach mir aus, die Bananen, Mangos, Litschis, Kekse und Leckereien enthielten. Falang, klang es, Falang war das einzige Wort, das für mich hörbar war, Falang war eine Melodie, Falang war eine Hymne. Kein Wort, kein einziges Wort konnte ich erkennen, aber ich verstand.
Man hiess mich willkommen. Ich war schon angekommen bei ihnen, denn der LKW war das einzige Auto des Dorfes, und es fuhr jeden Morgen zum Markt und brachte die Frauen und ihre Waren hin und die Frauen und ihre nicht verkauften Waren wieder ins Dorf zurück, in unser Dorf, in mein Dorf.
Nach Ban Nong Waeng.
Das Foto zeigt nicht das beschriebene Fahrzeug, sondern ist viel später aufgenommen, aber in Roi Et.
- Roi Et_0315.jpg (120.51 KiB) 3031 mal betrachtet
-
ZH-thai-fun
- Beiträge: 12166
- Registriert: So 27. Okt 2013, 11:16
- Wohnort: Nur noch Zürich
Re: Ban Nong Waeng, ein Dörfchen bei Roi Et
Beitrag von ZH-thai-fun »
Oh, ja, du bringst mich dankenswerterweise Gedanklich auch wieder mittendrein in "mein Traum Urwald und den Wesen dort" wie ich das damals nannte. ... (Thailand: Ban Khiem Gnam Nakhon Si Thammerat)Kurt Singer hat geschrieben: ↑Mi 18. Sep 2024, 11:11Beginnt Ihr zu ahnen, was mich noch heute zu diesem Dorf zieht und das ich unbedingt noch einmal wiedersehen möchte, nein muss?
- 1995-1999 TH-Mäo (33).JPG (54.31 KiB) 3000 mal betrachtet
Grenzen sind imaginär. Darum, fließt Wasser, Mammon und Blut.
-
Kurt Singer
Themen Starter - Deaktiviert
- Beiträge: 3610
- Registriert: So 9. Aug 2020, 12:08
Re: Ban Nong Waeng, ein Dörfchen bei Roi Et
Beitrag von Kurt Singer »
Meine Ankunft im Dorf
Langsam wurde mir trotz - vielleicht auch wegen - der Freundlichkeit der mich umsitzenden Damen doch heiss und so war ich froh, als sich meine Frau dann doch noch einfand, zusammen mit dem Fahrer. Er wird noch eine grosse Rolle für mich spielen, war er doch der Herr über den gesamten motorisierten Fuhrpark des Dorfes. Die Dorfbewohnerinnen hatten also ihre Ware weitgehend verkauft, die Städterinnen demgemäss ihr Mittagessen beisammen, und so konnte der Heimweg beginnen. Der erste Teil eines harten Arbeitstages war beendet, fast Mittagszeit. Langsam, als überlege es noch, setzt sich das Gefährt in Bewegung. Es ächzt und stöhnt dabei, eine riesige schwarze Auspuffwolke begleitet uns noch eine Weile, bringt die Augen zum Tränen und den Hals zum Husten. Nicht nur mir geht es so, auch meinen Nachbarinnen. Ich wage es nicht, meiner Frau Vorwürfe zu machen ob meiner Einsamkeit zu Beginn. Es wäre auch kaum machbar gewesen, denn während ich mich auf der Ladefläche schmal machen musste hatte sie vorne neben dem Fahrer Platz genommen.
Roi Et macht auf mich gar keinen Eindruck, nicht mal einen schlechten. Was ich von meinem Platz aus sehen kann sind kleine, wie geduckt wirkende Häuser, höchstens zwei Stockwerke hoch. Aber in jedem Haus scheint auch ein Geschäft, ein Laden zu sein. Die langsame Fahrt lässt mich deutlich erkennen, was hier unter Geschäft zu verstehen ist. Im Erdgeschoss befinden sich grössere Räume, die nach der Strasse hin offen sind, davor wird Ware ausgelegt oder aufgehängt, hier und da kann man bis an die Hinterwand schauen. Wenig Leute sind unterwegs, aber es ist ja auch teuflisch heiss.
Bald haben wir den Stadtrand erreicht, die Häuser stehen jetzt vereinzelter. Die Fahrt auf der Strasse geht jetzt richtig flott voran. Trotzdem wird unser Auto ständig überholt, dabei wird gehupt, dicht aufgefahren vorne, dicht aufgefahren hinten, dicht aufgefahren an den Seiten, aber niemanden regt das auf – ausser mir. Ich sehe mich bereits mit gebrochenen Knochen im Krankenhaus, weil wir im Strassengraben landen, sehe schlimme Unfälle passieren, schreiende Menschen um mich herum, meine Frau schaut mit grossen Augen auf mich herab, plötzlich direkt vor mir ein Ozeandampfer.
Als ich aus meinem Schlaf hochschrecke sehe ich direkt hinter uns einen der Überlandbusse, und er hat mich wohl mit seiner durchdringende Hupe geweckt. Wieder sehe ich Menschen um mich herum, aber keiner schreit, alle lachen ob meiner verstörten Blicke. Ich muss diesen Leuten wirklich viel Spass bereiten, denn bisher haben sie viel über mich und mit mir gelacht. Ich weiss nicht, wieviel Zeit vergangen ist, denn ich trage keine Uhr am Arm, Die habe ich mir bei Abfahrt in Bangkok ausgezogen und in meine Umhängetasche gesteckt. Nicht weil ich Angst hatte, das gute Stück würde verloren gehen, sondern ich brauchte sie nicht, jetzt nicht, in den nächsten Tagen nicht. Warum überhaupt noch?
Wir biegen von der Strasse, die wohl nach Bangkok führen muss, ab und wechseln auf einen schmalen Weg. Die Frauen hatten sich schon alle Tücher über das Gesicht gezogen und der Sinn wurde mir schnell klar, als sich die Luft mit rotem Staub füllt, der sich schnell auf die Kleidung legt und auch die Haut bedeckt. Ich habe immer in meiner Umhängetasche ein Handtuch, jetzt wurde es zu meinem Staubschleier. Wer einmal das Buch „Lohn der Angst“ gelesen hat der weiss, dass eine Buckelpiste mit hoher Geschwindigkeit befahren werden muss, damit mitgeführtes Nitroglyzerin nicht explodiert. Seit dieser Fahrt glaube ich diesem Buch nicht mehr. Trotz relativ schneller Fahrt, nur unwesentlich langsamer als auf der Hauptstrasse, spüre ich jedes Schlagloch, jede Vertiefung, jeden kleinen Stein. Auf einer solchen Strecke ist vielleicht einmal der Shake erfunden worden, als ein dürstender Mitfahrer mühsam ein hohes Glas mit Milch füllte um den Versuch des Trinkens zu unternehmen.
Wir passieren einen Torbogen, der sich quer über die Strasse spannt, und die Fahrt des Autos verlangsamt sich. Erster Halt, und die ersten Frauen verlassen uns, nicht ohne sich noch einmal zu mir umzudrehen, mich anzulächeln und mir einen Gruss zuzurufen. Sie gehen nach vorne zum Fahrer um den Fahrpreis zu bezahlen, laden sich die Körbe auf mit den nichtverkauften Resten ihrer Ware, stehen noch kurz zusammen, sicherlich um sich über den zusätzlichen Fahrgast heute noch einmal zu unterhalten und wenden sich ihrem weiteren Tagesablauf zu.
Ein Ablauf der auch einmal zu dem meinen werden sollte, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Meine Ankunft im Dorf
Langsam wurde mir trotz - vielleicht auch wegen - der Freundlichkeit der mich umsitzenden Damen doch heiss und so war ich froh, als sich meine Frau dann doch noch einfand, zusammen mit dem Fahrer. Er wird noch eine grosse Rolle für mich spielen, war er doch der Herr über den gesamten motorisierten Fuhrpark des Dorfes. Die Dorfbewohnerinnen hatten also ihre Ware weitgehend verkauft, die Städterinnen demgemäss ihr Mittagessen beisammen, und so konnte der Heimweg beginnen. Der erste Teil eines harten Arbeitstages war beendet, fast Mittagszeit. Langsam, als überlege es noch, setzt sich das Gefährt in Bewegung. Es ächzt und stöhnt dabei, eine riesige schwarze Auspuffwolke begleitet uns noch eine Weile, bringt die Augen zum Tränen und den Hals zum Husten. Nicht nur mir geht es so, auch meinen Nachbarinnen. Ich wage es nicht, meiner Frau Vorwürfe zu machen ob meiner Einsamkeit zu Beginn. Es wäre auch kaum machbar gewesen, denn während ich mich auf der Ladefläche schmal machen musste hatte sie vorne neben dem Fahrer Platz genommen.
Roi Et macht auf mich gar keinen Eindruck, nicht mal einen schlechten. Was ich von meinem Platz aus sehen kann sind kleine, wie geduckt wirkende Häuser, höchstens zwei Stockwerke hoch. Aber in jedem Haus scheint auch ein Geschäft, ein Laden zu sein. Die langsame Fahrt lässt mich deutlich erkennen, was hier unter Geschäft zu verstehen ist. Im Erdgeschoss befinden sich grössere Räume, die nach der Strasse hin offen sind, davor wird Ware ausgelegt oder aufgehängt, hier und da kann man bis an die Hinterwand schauen. Wenig Leute sind unterwegs, aber es ist ja auch teuflisch heiss.
Bald haben wir den Stadtrand erreicht, die Häuser stehen jetzt vereinzelter. Die Fahrt auf der Strasse geht jetzt richtig flott voran. Trotzdem wird unser Auto ständig überholt, dabei wird gehupt, dicht aufgefahren vorne, dicht aufgefahren hinten, dicht aufgefahren an den Seiten, aber niemanden regt das auf – ausser mir. Ich sehe mich bereits mit gebrochenen Knochen im Krankenhaus, weil wir im Strassengraben landen, sehe schlimme Unfälle passieren, schreiende Menschen um mich herum, meine Frau schaut mit grossen Augen auf mich herab, plötzlich direkt vor mir ein Ozeandampfer.
Als ich aus meinem Schlaf hochschrecke sehe ich direkt hinter uns einen der Überlandbusse, und er hat mich wohl mit seiner durchdringende Hupe geweckt. Wieder sehe ich Menschen um mich herum, aber keiner schreit, alle lachen ob meiner verstörten Blicke. Ich muss diesen Leuten wirklich viel Spass bereiten, denn bisher haben sie viel über mich und mit mir gelacht. Ich weiss nicht, wieviel Zeit vergangen ist, denn ich trage keine Uhr am Arm, Die habe ich mir bei Abfahrt in Bangkok ausgezogen und in meine Umhängetasche gesteckt. Nicht weil ich Angst hatte, das gute Stück würde verloren gehen, sondern ich brauchte sie nicht, jetzt nicht, in den nächsten Tagen nicht. Warum überhaupt noch?
Wir biegen von der Strasse, die wohl nach Bangkok führen muss, ab und wechseln auf einen schmalen Weg. Die Frauen hatten sich schon alle Tücher über das Gesicht gezogen und der Sinn wurde mir schnell klar, als sich die Luft mit rotem Staub füllt, der sich schnell auf die Kleidung legt und auch die Haut bedeckt. Ich habe immer in meiner Umhängetasche ein Handtuch, jetzt wurde es zu meinem Staubschleier. Wer einmal das Buch „Lohn der Angst“ gelesen hat der weiss, dass eine Buckelpiste mit hoher Geschwindigkeit befahren werden muss, damit mitgeführtes Nitroglyzerin nicht explodiert. Seit dieser Fahrt glaube ich diesem Buch nicht mehr. Trotz relativ schneller Fahrt, nur unwesentlich langsamer als auf der Hauptstrasse, spüre ich jedes Schlagloch, jede Vertiefung, jeden kleinen Stein. Auf einer solchen Strecke ist vielleicht einmal der Shake erfunden worden, als ein dürstender Mitfahrer mühsam ein hohes Glas mit Milch füllte um den Versuch des Trinkens zu unternehmen.
Wir passieren einen halbfertigen Torbogen neben dem Weg, und die Fahrt des Autos verlangsamt sich. Erster Halt, und die ersten Frauen verlassen uns, nicht ohne sich noch einmal zu mir umzudrehen, mich anzulächeln und mir einen Gruss zuzurufen. Sie gehen nach vorne zum Fahrer um den Fahrpreis zu bezahlen, laden sich die Körbe auf mit den nichtverkauften Resten ihrer Ware, stehen noch kurz zusammen, sicherlich um sich über den zusätzlichen Fahrgast heute noch einmal zu unterhalten und wenden sich ihrem weiteren Tagesablauf zu.
Ein Ablauf der auch einmal zu dem meinen werden sollte, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Langsam wurde mir trotz - vielleicht auch wegen - der Freundlichkeit der mich umsitzenden Damen doch heiss und so war ich froh, als sich meine Frau dann doch noch einfand, zusammen mit dem Fahrer. Er wird noch eine grosse Rolle für mich spielen, war er doch der Herr über den gesamten motorisierten Fuhrpark des Dorfes. Die Dorfbewohnerinnen hatten also ihre Ware weitgehend verkauft, die Städterinnen demgemäss ihr Mittagessen beisammen, und so konnte der Heimweg beginnen. Der erste Teil eines harten Arbeitstages war beendet, fast Mittagszeit. Langsam, als überlege es noch, setzt sich das Gefährt in Bewegung. Es ächzt und stöhnt dabei, eine riesige schwarze Auspuffwolke begleitet uns noch eine Weile, bringt die Augen zum Tränen und den Hals zum Husten. Nicht nur mir geht es so, auch meinen Nachbarinnen. Ich wage es nicht, meiner Frau Vorwürfe zu machen ob meiner Einsamkeit zu Beginn. Es wäre auch kaum machbar gewesen, denn während ich mich auf der Ladefläche schmal machen musste hatte sie vorne neben dem Fahrer Platz genommen.
Roi Et macht auf mich gar keinen Eindruck, nicht mal einen schlechten. Was ich von meinem Platz aus sehen kann sind kleine, wie geduckt wirkende Häuser, höchstens zwei Stockwerke hoch. Aber in jedem Haus scheint auch ein Geschäft, ein Laden zu sein. Die langsame Fahrt lässt mich deutlich erkennen, was hier unter Geschäft zu verstehen ist. Im Erdgeschoss befinden sich grössere Räume, die nach der Strasse hin offen sind, davor wird Ware ausgelegt oder aufgehängt, hier und da kann man bis an die Hinterwand schauen. Wenig Leute sind unterwegs, aber es ist ja auch teuflisch heiss.
Bald haben wir den Stadtrand erreicht, die Häuser stehen jetzt vereinzelter. Die Fahrt auf der Strasse geht jetzt richtig flott voran. Trotzdem wird unser Auto ständig überholt, dabei wird gehupt, dicht aufgefahren vorne, dicht aufgefahren hinten, dicht aufgefahren an den Seiten, aber niemanden regt das auf – ausser mir. Ich sehe mich bereits mit gebrochenen Knochen im Krankenhaus, weil wir im Strassengraben landen, sehe schlimme Unfälle passieren, schreiende Menschen um mich herum, meine Frau schaut mit grossen Augen auf mich herab, plötzlich direkt vor mir ein Ozeandampfer.
Als ich aus meinem Schlaf hochschrecke sehe ich direkt hinter uns einen der Überlandbusse, und er hat mich wohl mit seiner durchdringende Hupe geweckt. Wieder sehe ich Menschen um mich herum, aber keiner schreit, alle lachen ob meiner verstörten Blicke. Ich muss diesen Leuten wirklich viel Spass bereiten, denn bisher haben sie viel über mich und mit mir gelacht. Ich weiss nicht, wieviel Zeit vergangen ist, denn ich trage keine Uhr am Arm, Die habe ich mir bei Abfahrt in Bangkok ausgezogen und in meine Umhängetasche gesteckt. Nicht weil ich Angst hatte, das gute Stück würde verloren gehen, sondern ich brauchte sie nicht, jetzt nicht, in den nächsten Tagen nicht. Warum überhaupt noch?
Wir biegen von der Strasse, die wohl nach Bangkok führen muss, ab und wechseln auf einen schmalen Weg. Die Frauen hatten sich schon alle Tücher über das Gesicht gezogen und der Sinn wurde mir schnell klar, als sich die Luft mit rotem Staub füllt, der sich schnell auf die Kleidung legt und auch die Haut bedeckt. Ich habe immer in meiner Umhängetasche ein Handtuch, jetzt wurde es zu meinem Staubschleier. Wer einmal das Buch „Lohn der Angst“ gelesen hat der weiss, dass eine Buckelpiste mit hoher Geschwindigkeit befahren werden muss, damit mitgeführtes Nitroglyzerin nicht explodiert. Seit dieser Fahrt glaube ich diesem Buch nicht mehr. Trotz relativ schneller Fahrt, nur unwesentlich langsamer als auf der Hauptstrasse, spüre ich jedes Schlagloch, jede Vertiefung, jeden kleinen Stein. Auf einer solchen Strecke ist vielleicht einmal der Shake erfunden worden, als ein dürstender Mitfahrer mühsam ein hohes Glas mit Milch füllte um den Versuch des Trinkens zu unternehmen.
Wir passieren einen Torbogen, der sich quer über die Strasse spannt, und die Fahrt des Autos verlangsamt sich. Erster Halt, und die ersten Frauen verlassen uns, nicht ohne sich noch einmal zu mir umzudrehen, mich anzulächeln und mir einen Gruss zuzurufen. Sie gehen nach vorne zum Fahrer um den Fahrpreis zu bezahlen, laden sich die Körbe auf mit den nichtverkauften Resten ihrer Ware, stehen noch kurz zusammen, sicherlich um sich über den zusätzlichen Fahrgast heute noch einmal zu unterhalten und wenden sich ihrem weiteren Tagesablauf zu.
Ein Ablauf der auch einmal zu dem meinen werden sollte, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Meine Ankunft im Dorf
Langsam wurde mir trotz - vielleicht auch wegen - der Freundlichkeit der mich umsitzenden Damen doch heiss und so war ich froh, als sich meine Frau dann doch noch einfand, zusammen mit dem Fahrer. Er wird noch eine grosse Rolle für mich spielen, war er doch der Herr über den gesamten motorisierten Fuhrpark des Dorfes. Die Dorfbewohnerinnen hatten also ihre Ware weitgehend verkauft, die Städterinnen demgemäss ihr Mittagessen beisammen, und so konnte der Heimweg beginnen. Der erste Teil eines harten Arbeitstages war beendet, fast Mittagszeit. Langsam, als überlege es noch, setzt sich das Gefährt in Bewegung. Es ächzt und stöhnt dabei, eine riesige schwarze Auspuffwolke begleitet uns noch eine Weile, bringt die Augen zum Tränen und den Hals zum Husten. Nicht nur mir geht es so, auch meinen Nachbarinnen. Ich wage es nicht, meiner Frau Vorwürfe zu machen ob meiner Einsamkeit zu Beginn. Es wäre auch kaum machbar gewesen, denn während ich mich auf der Ladefläche schmal machen musste hatte sie vorne neben dem Fahrer Platz genommen.
Roi Et macht auf mich gar keinen Eindruck, nicht mal einen schlechten. Was ich von meinem Platz aus sehen kann sind kleine, wie geduckt wirkende Häuser, höchstens zwei Stockwerke hoch. Aber in jedem Haus scheint auch ein Geschäft, ein Laden zu sein. Die langsame Fahrt lässt mich deutlich erkennen, was hier unter Geschäft zu verstehen ist. Im Erdgeschoss befinden sich grössere Räume, die nach der Strasse hin offen sind, davor wird Ware ausgelegt oder aufgehängt, hier und da kann man bis an die Hinterwand schauen. Wenig Leute sind unterwegs, aber es ist ja auch teuflisch heiss.
- BNW-03.jpg (120.3 KiB) 2947 mal betrachtet
Als ich aus meinem Schlaf hochschrecke sehe ich direkt hinter uns einen der Überlandbusse, und er hat mich wohl mit seiner durchdringende Hupe geweckt. Wieder sehe ich Menschen um mich herum, aber keiner schreit, alle lachen ob meiner verstörten Blicke. Ich muss diesen Leuten wirklich viel Spass bereiten, denn bisher haben sie viel über mich und mit mir gelacht. Ich weiss nicht, wieviel Zeit vergangen ist, denn ich trage keine Uhr am Arm, Die habe ich mir bei Abfahrt in Bangkok ausgezogen und in meine Umhängetasche gesteckt. Nicht weil ich Angst hatte, das gute Stück würde verloren gehen, sondern ich brauchte sie nicht, jetzt nicht, in den nächsten Tagen nicht. Warum überhaupt noch?
Wir biegen von der Strasse, die wohl nach Bangkok führen muss, ab und wechseln auf einen schmalen Weg. Die Frauen hatten sich schon alle Tücher über das Gesicht gezogen und der Sinn wurde mir schnell klar, als sich die Luft mit rotem Staub füllt, der sich schnell auf die Kleidung legt und auch die Haut bedeckt. Ich habe immer in meiner Umhängetasche ein Handtuch, jetzt wurde es zu meinem Staubschleier. Wer einmal das Buch „Lohn der Angst“ gelesen hat der weiss, dass eine Buckelpiste mit hoher Geschwindigkeit befahren werden muss, damit mitgeführtes Nitroglyzerin nicht explodiert. Seit dieser Fahrt glaube ich diesem Buch nicht mehr. Trotz relativ schneller Fahrt, nur unwesentlich langsamer als auf der Hauptstrasse, spüre ich jedes Schlagloch, jede Vertiefung, jeden kleinen Stein. Auf einer solchen Strecke ist vielleicht einmal der Shake erfunden worden, als ein dürstender Mitfahrer mühsam ein hohes Glas mit Milch füllte um den Versuch des Trinkens zu unternehmen.
Wir passieren einen halbfertigen Torbogen neben dem Weg, und die Fahrt des Autos verlangsamt sich. Erster Halt, und die ersten Frauen verlassen uns, nicht ohne sich noch einmal zu mir umzudrehen, mich anzulächeln und mir einen Gruss zuzurufen. Sie gehen nach vorne zum Fahrer um den Fahrpreis zu bezahlen, laden sich die Körbe auf mit den nichtverkauften Resten ihrer Ware, stehen noch kurz zusammen, sicherlich um sich über den zusätzlichen Fahrgast heute noch einmal zu unterhalten und wenden sich ihrem weiteren Tagesablauf zu.
Ein Ablauf der auch einmal zu dem meinen werden sollte, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
- BNW-04.jpg (177.9 KiB) 2947 mal betrachtet
-
Kurt Singer
Themen Starter - Deaktiviert
- Beiträge: 3610
- Registriert: So 9. Aug 2020, 12:08
Re: Ban Nong Waeng, ein Dörfchen bei Roi Et
Beitrag von Kurt Singer »
Zwischenruf
Das Tempo der Veröffentlichung wird sich ab heute wesentlich verlangsamen, denn morgen ist die selbst auferlegte Trauerzeit beendet. Das heißt nicht, dass meine Trauer beendet ist, sondern dass ich wieder mein "normales" Erwerbsleben weiterführe. Ich habe als Rentner ja noch zwei Nebenjobs, und die werde ich ab morgen wieder aufnehmen.
Ausserdem war ich gerade eben beim Zahnarzt, und der hat mir ein Trümmerfeld im Mund bescheinigt. -es wird in den nächsten Wochen eine umfangreiche Sanierung erfolgen, die in den nächsten Tagen mit dem Entfernen zweier Backenzähne beginnt. Dann kommt eine große Baustelle mit dem Entfernen aller Zähne im Unterkiefer und eine Vollprothese usw usw usw. Er hat mir zwar die Angst genommen, vor Schmerzen nicht mehr kriechen zu können, aber da ich mir ständig eine Algophobie einbilde, tröstet mich das wenig.
Das könnte und wird dazu führen, dass ich meine Gedanken nicht mehr nur meinem Dörfchen Ban Nong Waeng widmen kann. Und das, obwohl diese Gedanken auch meiner Trauerbewältigung dienen, denn ich repetiere ja die Anfangszeit meines Lebens mit All.
Ich sichte wegen des Berichtes auch alle Fotos, und meine Erinnerungen schlagen Purzelbaum. Immer wenn ich sie sehe ist der Gedanke da: nie wieder. Nie wieder sehen, nie wieder hören, nie wieder erleben, nie wieder ihre Hand halten, nie wieder...
Das Tempo der Veröffentlichung wird sich ab heute wesentlich verlangsamen, denn morgen ist die selbst auferlegte Trauerzeit beendet. Das heißt nicht, dass meine Trauer beendet ist, sondern dass ich wieder mein "normales" Erwerbsleben weiterführe. Ich habe als Rentner ja noch zwei Nebenjobs, und die werde ich ab morgen wieder aufnehmen.
Ausserdem war ich gerade eben beim Zahnarzt, und der hat mir ein Trümmerfeld im Mund bescheinigt. -es wird in den nächsten Wochen eine umfangreiche Sanierung erfolgen, die in den nächsten Tagen mit dem Entfernen zweier Backenzähne beginnt. Dann kommt eine große Baustelle mit dem Entfernen aller Zähne im Unterkiefer und eine Vollprothese usw usw usw. Er hat mir zwar die Angst genommen, vor Schmerzen nicht mehr kriechen zu können, aber da ich mir ständig eine Algophobie einbilde, tröstet mich das wenig.
Das könnte und wird dazu führen, dass ich meine Gedanken nicht mehr nur meinem Dörfchen Ban Nong Waeng widmen kann. Und das, obwohl diese Gedanken auch meiner Trauerbewältigung dienen, denn ich repetiere ja die Anfangszeit meines Lebens mit All.
Ich sichte wegen des Berichtes auch alle Fotos, und meine Erinnerungen schlagen Purzelbaum. Immer wenn ich sie sehe ist der Gedanke da: nie wieder. Nie wieder sehen, nie wieder hören, nie wieder erleben, nie wieder ihre Hand halten, nie wieder...
-
Kurt Singer
Themen Starter - Deaktiviert
- Beiträge: 3610
- Registriert: So 9. Aug 2020, 12:08
Re: Ban Nong Waeng, ein Dörfchen bei Roi Et
Beitrag von Kurt Singer »
Die Admins haben dieses geschrieben:

Das ist zwar eine Spontanreaktion, aber trotzdem gut überlegt, nicht erst seit gerade.
Ich werde mich ab morgen also mehr meinen Zähnen widmen
Ich habe die Posts, welche den Grund dafür darstellen, nicht gelesen, weil ich den ein oder anderen ja ignoriere. Aber es gibt mir zu denken, dass ich in diesem Zweig sehr persönliche Dinge geschrieben habe und noch schreiben wollte. Und nicht jeder gibt seinen Bedenken oder Gefühlen dazu Ausdruck. So wird hoffentlich jeder verstehen, dass ich die Beiträge, meine Geschichte und die meiner Frau, nicht weiter be- und verarbeite....seien es persönliche Geschichten von Membern. Egal, dies ist das Leben. Und solange es nicht gegen irgendwelche Regeln verstösst, soll man diese Geschichten auch nicht rechtfertigen müssen.
Das ist zwar eine Spontanreaktion, aber trotzdem gut überlegt, nicht erst seit gerade.
Ich werde mich ab morgen also mehr meinen Zähnen widmen
Re: Ban Nong Waeng, ein Dörfchen bei Roi Et
Das finde ich ausgesprochen schade, denn ich habe diese Geschichten aus dem früheren Thailand immer sehr gerne gelesen. Genau so wie ich sehr gerne meiner Frau lausche, wenn sie von ihrem früheren Leben erzählt, was man kaum mit 2005 vergleichen kann, als ich erst zum ersten Mal in Thailand war.
Einfach schade, wenn durch Einzelne, die sich wohl für besser als andere halten, die schönsten Storys zumindest indirekt immer mehr aus dem Forum verdrängt werden.
Einfach schade, wenn durch Einzelne, die sich wohl für besser als andere halten, die schönsten Storys zumindest indirekt immer mehr aus dem Forum verdrängt werden.
-
Michaleo
- Administrator
- Beiträge: 29825
- Registriert: Mo 30. Sep 2013, 21:49
- Wohnort: Bern und Udon Thani
Re: Ban Nong Waeng, ein Dörfchen bei Roi Et
Das ist leider so: mir geht es gleich.Kurt Singer hat geschrieben: ↑So 22. Sep 2024, 22:37Aber es gibt mir zu denken, dass ich in diesem Zweig sehr persönliche Dinge geschrieben habe und noch schreiben wollte. (...) So wird hoffentlich jeder verstehen, dass ich die Beiträge, meine Geschichte und die meiner Frau, nicht weiter be- und verarbeite.
Wir haben in den vergangenen 11 Jahre gelernt, dass eine kleine Minderheit mit der Direktheit, Ehrlichkeit und Offenheit des Isaans überfordert ist und diese im Forum verhindern kann. Im Leben vor Ort hingegen wird sie weiter gelebt, zum Glück.
Freundliche Grüsse 
-
ZH-thai-fun
- Beiträge: 12166
- Registriert: So 27. Okt 2013, 11:16
- Wohnort: Nur noch Zürich
Re: Ban Nong Waeng, ein Dörfchen bei Roi Et
Beitrag von ZH-thai-fun »
Ach, herrlich traurig wie das Forentun lebt. Und weiter geht's...
- W-Smilies (23).gif (3.52 KiB) 2819 mal betrachtet
Grenzen sind imaginär. Darum, fließt Wasser, Mammon und Blut.
Zurück zu „Roi Et“ | Ungelesene Beiträge
Gehe zu
- Über dieses Forum
- ↳ Informationen zum Forum
- ↳ * Vorstellungsthread
- Thailand & Südostasien
- ↳ Isaan
- ↳ Amnat Charoen
- ↳ Bueng Kan
- ↳ Buriram
- ↳ Chaiyaphum
- ↳ Kalasin
- ↳ Khon Kaen
- ↳ Loei
- ↳ Maha Sarakam
- ↳ Mukdahan
- ↳ Nakhon Phanom
- ↳ Nakhon Ratchasima (Korat)
- ↳ Nong Bua Lamphu
- ↳ Nong Khai
- ↳ Roi Et
- ↳ Sakhon Nakhon
- ↳ Sisaket
- ↳ Surin
- ↳ Ubon Ratchathani
- ↳ Udon Thani
- ↳ Zentralthailand mit Bangkok
- ↳ Hotels, Restaurants und Bars
- ↳ Pattaya und Ostküste
- ↳ Bangkok allgemein
- ↳ Südthailand
- ↳ Hotels, Restaurants und Bars
- ↳ Nordthailand
- ↳ Hotels, Restaurants und Bars
- ↳ Südostasien und Thailand allgemein
- ↳ ** Politik und Brisantes
- ↳ ** Expats und Residenten
- ↳ ** Reiseberichte
- ↳ Hotels/Restaurants und Ausflugsziele auf GoogleMap
- ↳ ** Bauen
- ↳ ** Bürokratie Thailand
- ↳ Visum & Aufenthalt
- ↳ Arbeiten in Thailand
- ↳ Finanzen
- ↳ Gesetze
- ↳ ** Austauschplattform Thailand
- Allgemeine Diskussionen zu diversen Themen
- ↳ ** Das Thema der Woche
- ↳ ** DACH & die Welt
- ↳ ** Bürokratie DACH und weltweit
- ↳ Finanzen
- ↳ ** Reiseberichte weltweit
- ↳ ** Gesellschaft, Beziehungen, Liebe, Gesundheit
- ↳ ** Umwelt
- ↳ ** Sport
- ↳ Fussball
- ↳ Formel 1
- ↳ Sport in Thailand
- ↳ ** Kultur & Musik
- ↳ Kino und TV
- ↳ Literatur
- ↳ ** Photographie, Computer & Technik
- ↳ ** Flohmarkt
- Foren-Übersicht
- Alle Zeiten sind UTC+02:00
- Alle Cookies löschen
- Datenschutzerklärung
- Impressum
- Kontakt